Juventus macht Italien stolz

Verhaltener Jubel bei den Spielern von Juventus Turin nach dem Erreichen des Champions-League-Finals. Mit dem 1:1 im Rückspiel bei Real Madrid warfen sie den Titelträger aus dem Wettbewerb und treffen am 6. Juni in Berlin auf den FC Barcelona. Bild: dpa

Hupkonzerte, Jubel, Autokorsos: Juves Finaleinzug in der Königsklasse macht fast ganz Italien stolz. Während die Sieger von Madrid schon an Gegner Barcelona denken, muss Titelverteidiger Real mit Weltmeister Toni Kroos die Enttäuschung einer fast titellosen Saison verarbeiten.

Die Helden von Juventus Turin schickten noch im ersten Jubelrausch eine Warnung an Finalgegner Barcelona, Weltmeister Toni Kroos haderte enttäuscht mit der vergebenen Chance auf die Titelverteidigung. "Natürlich sind wir mit dem Ziel in die Saison gegangen, Titel zu holen. Das schaffen wir höchstwahrscheinlich nicht", sagte der Profi von Real Madrid nach dem 1:1 gegen Juve und dem K.o. im Halbfinale der Fußball-Champions-League. Juve-Verteidiger Giorgio Chiellini prophezeite nach dem ausgelassenen Endspiel-Jubel auf dem Rasen des Madrider Bernabeu-Stadions: "Wir stehen verdient im Finale in Berlin. Wir sind überzeugt, dass wir dort gewinnen können."

Am 6. Juni trifft Italiens Meister im Königsklassen-Endspiel auf den FC Barcelona. Gegen die Spanier, die im Halbfinale den FC Bayern besiegten, gilt Juve wie schon gegen Real als Außenseiter. Doch davon wollen sich die Turiner nicht einschüchtern lassen. "Wir sind ins Finale gekommen, indem wir an unsere Fähigkeiten geglaubt haben, und dieser Glaube ist immer stärker geworden", lobte Trainer Massimiliano Allegri seine Elf, die mit einem Sieg im Pokalfinale gegen Lazio Rom am Mittwoch den nächsten Schritt zum Triple machen könnte.

Erstmals seit Inter Mailand 2010 hat wieder ein italienisches Team die Chance auf den Gewinn der Champions-League, für Juve ist es sogar die erste Chance nach zwölf Jahren. "Das war wichtig für ganz Italien", urteilte Allegri mit Blick auf die vergangenen Jahre, in denen italienische Clubs international kaum eine Rolle spielten. Tausende Juve-Fans empfingen das Team am Flughafen, im Stadtzentrum wurde mit Hupkonzerten und Autokorsos gefeiert.

Die Königlichen verpassten damit wie alle Champions-League-Sieger seit 1993 die erfolgreiche Titelverteidigung. "Das ist sehr bitter, weil es heute absolut möglich gewesen wäre, ins Finale zu kommen", sagte Kroos dem TV-Sender Sky. Für Real, das im spanischen Pokal bereits im Achtelfinale ausgeschieden ist und in der Meisterschaft kaum noch Chancen hat, wird es wohl eine Saison ohne bedeutsamen Titel werden. Lediglich den europäischen Supercup und die Clubweltmeisterschaft konnte sich das Team sichern.

Morata: Kein Torjubel

"Das ist der schlimmste Alptraum", urteilte die Zeitung "Marca". "Real fliegt durch ein Tor des Ex-Madrilenen Morata raus." Morata, der vor der Saison von Real nach Turin gewechselt war, schoss Juve mit seinem Tor zum 1:1 (57. Minute) nach dem Führungstreffer durch Cristiano Ronaldo (Foulelfmeter/23.) ins Finale. Aus Respekt auf seine alten Teamkollegen verzichtete der Spanier jedoch wie schon im Hinspiel auf einen Torjubel.
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