Kampf gegen Williams-Fluch

Serena Williams (rechts) stoppte im Halbfinale den Vormarsch ihrer jungen Landsmännin Madison Keys (links). Im Endspiel der Australian Open steht ihr die Herausforderung gegen Maria Scharapowa bevor. Bild: dpa

Erstmals seit dem French-Open-Finale 2013 stehen sich Serena Williams und Maria Scharapowa wieder bei einem Grand-Slam-Turnier gegenüber. Die Russin will ihre desaströse Serie endlich beenden. Bei den Herren bezwang Olympiasieger Andy Murray den Nadal-Bezwinger Tomas Berdych.

Maria Scharapowa kämpft im Finale der Australian Open um die erste Grand-Slam-Krone der Saison - und gegen ihren persönlichen Serena-Williams-Fluch. Schon 18 Mal standen sich die besten beiden Tennisspielerinnen der Neuzeit gegenüber. Nur zweimal hieß die Siegerin Scharapowa. Zuletzt im Jahr 2004, als die WTA-WM noch in Los Angeles gespielt wurde. Seitdem hat die 33 Jahre alte Amerikanerin 15 Spiele nacheinander gegen die sechs Jahre jüngere Russin gewonnen, darunter Demütigungen wie das 6:0, 6:1 im Olympia-Finale 2012 in London. Sage und schreibe drei Sätze hat Scharapowa gegen die 18-malige Grand-Slam-Championesse erst geholt. Am Samstag (9.30 Uhr MEZ/Eurosport) will die Nummer zwei der Welt gegen die Nummer eins ihre desaströse Serie beenden.

Erst noch um den Final-Einzug kämpft an diesem Freitag (9.30 Uhr) Boris-Becker-Schützling Novak Djokovic in einem kleinen Grand-Slam-Klassiker gegen Titelverteidiger Stan Wawrinka. Vor einem Jahr setzte sich der Schweizer im Viertelfinale mit 9:7 im fünften Satz durch. 2013 wiederum gewann Djokovic bei den US Open im Halb- und bei den Australian Open im Achtelfinale jeweils in fünf Sätzen.

"Ich habe einen sehr guten Eindruck. Er hat sich bislang im Turnier immer gesteigert", sagte Becker über den Weltranglisten-Ersten und scherzte mit Blick auf die Marathon-Matches der Vergangenheit: "Wie lange es auch immer dauert, wir würden auch sechs Sätze spielen." Gegner am Sonntag wäre Andy Murray, der sich gegen Nadal-Bezwinger Tomas Berdych nach 3:26 Stunden 6:7 (6:8), 6:0, 6:3, 7:5 durchsetzte.

Erstes Traumfinale

Verhalten-zuversichtlich gab sich auch Scharapowa nach dem überzeugenden 6:3, 6:2-Erfolg gegen ihre Landsfrau Jekaterina Makarowa. "Ich gehe selbstbewusst in das Finale, unabhängig gegen wen oder ob ich eine schlimme Bilanz habe", sagte sie. Die Australian-Open-Siegerin von 2008 wirkt in diesen australischen Sommertagen fokussiert und entspannt zugleich. Auf dem Platz dominierte sie ihre Gegnerinnen - und das eine Mal, als sie kurz vor dem frühen K.o. stand, wehrte sie in der zweiten Runde gegen die russische Qualifikantin Alexandra Panowa zwei Matchbälle ab.

Will sie gegen Williams bestehen, muss Scharapowa nicht nur eine 110-Prozent-Leistung in der Rod-Laver-Arena abrufen. Die fünfmalige Grand-Slam-Siegerin muss vor allem nervenstark sein und die Ehrfurcht vor der angsteinflößenden Amerikanerin ablegen. "Ich glaube, ihre Power und ihre Aggressivität haben mich immer ein bisschen zu aggressiv gemacht. Ich wollte zu schnell zu viel", sagte Scharapowa rückblickend und betonte vorausschauend: "Ich bin eine Kämpferin. Ich werde rausgehen und alles dafür tun, das Ergebnis umzudrehen und den Titel zu holen. Ich will diesen Titel."

Williams dagegen sagte nach ihrem 7:6 (7:5), 6:2 gegen die 19 Jahre alte Madison Keys: "Ich will es, aber es geht nicht um Leben oder Tod für mich." Die Fans jedenfalls haben ihr erstes Traumfinale 2015.
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