Kampfansage von Rosberg

Nico Rosberg will die Vorherrschaft von Weltmeister Lewis Hamilton beenden, Sebastian Vettel so schnell wie möglich an die Spitze zurückkehren. Die Formel-1-Weltmeisterschaft 2015 könnte sogar zu einer rein deutschen Angelegenheit werden.

Die frischpolierte Siegertrophäe für das Auftaktrennen durfte Nico Rosberg schon am Mittwoch in den Händen halten. Beim Kampf um den WM-Pokal macht sich der deutsche Mercedes-Pilot nicht nur auf den erneut knallharten Zweikampf mit Titelverteidiger und Teamkollege Lewis Hamilton gefasst. Der gebürtige Wiesbadener und Vizeweltmeister hätte auch nichts gegen Attacken von Landsmann Sebastian Vettel im Ferrari. "Wäre schön, wenn er uns das Leben schwer macht", sagte Rosberg, allerdings rechnet er noch nicht zu Beginn damit.

112 Tage nach dem WM-Jubel von Hamilton will Rosberg down under obenauf sein. Wie im Vorjahr. Nur diesmal soll es auch am Ende, nach geplanten 19 Grand Prix - ausgerechnet das Deutschlandrennen am 19. Juli ist immer noch nicht fix - so sein. "Ich", antwortete Rosberg selbstbewusst auf die Frage, was Hamilton an der Titelverteidigung hindern kann.

Manchmal eine reinhauen

Ein Duell auf Biegen und Brechen wie in der vergangenen Saison ist programmiert. "Manchmal lachen wir miteinander, manchmal wollen wir uns eine reinhauen", meinte Rosberg am Mittwoch bei einem Pressetermin mit einem Schmunzeln zum Verhältnis der beiden einstigen Kart-Kumpels. Die Nummer 1 der Formel-1-Welt gegen die Nummer 2. Beide fahren auf Augenhöhe, eine Rangordnung gibt es nicht, stellte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff klar.

Vermutlich muss das Mercedes-Duo mehr Konkurrenz fürchten als 2014. Neben Ferrari mit Sebastian Vettel und Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen will Red Bull mit dem WM-Dritten Daniel Ricciardo in Australien an diesem Sonntag wieder auf dem Podium mitmischen. Zudem hofft Williams, seine starken Auftritte im Vorjahr mit Shootingstar Valtteri Bottas fortsetzen zu können. Und womöglich ist selbst eines der finanziell angeschlagenen Teams wie Lotus und Force India mit dem dritten noch verbliebenen Deutschen Nico Hülkenberg dank Mercedes-Antrieb hier und da für eine Überraschung gut. Wohl weniger dürfte das auf McLaren-Honda zutreffen. Die Reise zurück in die ruhmreiche Vergangenheit mit der neuen alten Partnerschaft beginnt auch noch ohne Zweifach-Weltmeister Fernando Alonso. Der Spanier ist nach seinem Unfall bei den Testfahrten aus Angst vor einer erneuten Gehirnerschütterung nicht dabei.
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