Kehrt Uwe Krupp zurück?

Der damalige Bundestrainer Uwe Krupp feuert bei der WM 2010 seine Spieler John Tripp (links) und Patrick Hager an. Nach der Trennung von Pat Cortina steht Krupp möglicherweise vor der Rückkehr. Bild: dpa

Nach der Trennung von Bundestrainer Pat Cortina sucht der DEB zwei Jahre vor der Heim-WM einen neuen Coach. Im Gespräch ist vor allem Uwe Krupp, der aber auch als Trainer der Eisbären Berlin tätig ist. Eine Entscheidung soll bis Mitte Juni fallen.

Nach dem Aus für Bundestrainer Pat Cortina steht die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft zwei Jahre vor der Heim-WM vor einem Neuanfang - und möglicherweise vor einer Rückkehr von Uwe Krupp. Der Stanley-Cup-Sieger und aktuelle Trainer der Eisbären Berlin gilt als Topkandidat auf die Nachfolge. "Im Moment wird viel spekuliert. Wenn ich auf der Liste bin, dann freut mich das. Das heißt nicht, dass ich der einzige Kandidat bin. Es hat noch keine Gespräche in irgendeiner offiziellen Form gegeben", sagte Krupp am Mittwoch.

Keine Zukunft für Cortina

Kurz zuvor hatte der DEB bestätigt, dass es für Cortina keine Zukunft als Bundestrainer geben wird. Aus einem Gespräch mit DEB-Präsident Franz Reindl resultierte nach drei Jahren Cortinas Abschied. Sein zum 30. Juni auslaufender Vertrag wird erwartungsgemäß nicht verlängert. Die Nationalmannschaft brauche "zur Neuaufstellung auf dem Weg zur Heim-WM 2017 auch einen personellen Neustart", begründete Reindl.

Bei der Nachfolge-Regelung hat der DEB keine allzu große Eile. Eine Entscheidung über die Nachfolge soll "vom DEB-Präsidium in Abstimmung mit dem DEB/DEL-Direktorat und dem Kompetenzteam Sport mit Vertretern der Deutschen Eishockey Liga (DEL) getroffen" werden. Die Gespräche sollen bis Mitte Juni abgeschlossen sein, teilte der DEB mit. Krupp verabschiedet sich vorerst für zwei Wochen in den Urlaub.

Krupp wäre eine ideale Möglichkeit, der Heim-WM ein prominentes deutsches Gesicht zur bestmöglichen Vermarktung zu geben. Der 49-Jährige war bereits einmal Bundestrainer und bildete mit dem damaligen DEB-Sportdirektor Franz Reindl bis 2011 ein erfolgreiches Gespann. Dann musste er unter dem damaligen DEB-Präsidenten Uwe Harnos gehen, weil er einen Vertrag bei den Kölner Haien unterschrieb. "Die Krupp-Ära zu beenden, war ein Fehler ohne Not", hatte Reindl bei der WM in Tschechien gesagt.

In Prag schaffte es das deutsche Eishockey-Team zum vierten Mal nacheinander und zum dritten Mal unter Cortina nicht in ein WM-Viertelfinale. Trotz etlicher Absagen beendete Deutschland die Titelkämpfe aber mit einem respektablen zehnten Rang. "Die umständehalber sehr schwere WM in Prag hat er bravourös gemeistert", lobte Reindl den geschassten Cortina.

Der Italo-Kanadier hat auch die 2013 erstmals in der DEB-Historie gescheiterte Olympia-Qualifikation zu verantworten und hatte wegen mäßiger Ergebnisse keinen Rückhalt mehr. 2014 in Minsk spielte die deutsche Auswahl mit Platz 14 die schlechteste WM seit 2009, als das Team unter Krupp sportlich abgestiegen war und nur wegen der Heim-WM 2010 erstklassig blieb. Cortina hatte das Nationalteam 2012 als Nachfolger des Schweizers Jakob Kölliker übernommen.
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