Kein Fest vor dem Fest

"Oh du fröhliche" schon vor Heiligabend anzustimmen, dafür gab es für die Fans beider Seiten keinen Anlass. Das 258. Derby zwischen dem 1. FC Nürnberg und Greuther Fürth war eher eine zähe Nummer. Dennoch können beide einigermaßen zufrieden Weihnachten feiern.

Nürnberg. (mr) Die Partie des 1. FC Nürnberg gegen die SpVgg Greuther Fürth ist nie ein normales Fußballspiel. Und so gab es auch dieses Mal einen neuen Rekord zu vermelden: 47 501 Fans sahen die Begegnung am Samstagmittag. So eine imposante Zuschauerzahl hatte in dieser Saison noch kein Zweitligaspiel in Deutschland zu verzeichnen.

Der einzige Superlativ

Okay, das war's dann aber schon mit den Superlativen in diesem innerfränkischen Vergleich. 0:0 hieß es am Ende, eine Nullnummer der eher durchschnittlichen Art. Und eine wahrscheinlich gerechte. "Es war ein kampfbetontes und für die Zuschauer kein ansehnliches Spiel", urteilte Club-Coach René Weiler, meinte damit aber nicht die erste halbe Stunde: "Da hätten wir ein Tor machen müssen." Richtig klare Chancen hatten die Nürnberger aber auch da nicht, denn die Fürther Defensive arbeitete konsequent. "Und wir tun uns einfach schwer, wenn eine Mannschaft tief steht", sprach auch Alessandro Schöpf ein Manko der Cluberer an. Auch der feine Techniker kam nicht so richtig in Schwung. Mal eine schöne Ballstafette, eine schöne Flanke, zwingend war das alles nicht. An einem Spieler in der Club-Mannschaft lassen sich die 90 Minuten ganz gut nachzeichnen: Niclas Füllkrug war in den ersten 45 Minuten bester Mann auf dem Platz. "In der ersten Halbzeit waren wir aggressiv und hatten gedrückt", meinte der 21-jährige Mittelfeldspieler, der in der vergangenen Saison noch das Fürther Trikot getragen hatte. Füllkrug machte Dampf. "So hätten wir weitermachen müssen". Hätten - machten sie aber nicht. Mit dem Leistungsabfall Füllkrugs in der zweiten Hälfte lief auch beim Club nicht mehr viel, obwohl die Nürnberger nach Stephan Schröcks Platzverweis (52.) fast eine Hälfte lang in Überzahl waren.

Aber zunehmend wurde das Spiel der Gastgeber einfallsloser. Kapitän Jan Polak schob dies auch auf den Substanzverlust: "Nach dieser harten englischen Woche hat uns auch die Kraft gefehlt." Trotzdem waren die Nürnberg zufrieden. Seit sechs Spielen ist Weiler Trainer - 13 Punkte wurden geholt. Der Club ist wieder in der Spur. Doch nach vorne bleibt noch einiges zu tun", sagte der Schweizer, lächelte dabei aber milde.

Der Weihnachtsfrieden ist auch bei den Fürthern mit dem Pünktchen gewahrt, obwohl doch einige Daten alarmieren: Nur ein Sieg in den letzten 10 Spielen, seit 456 Minuten ohne geschossenes Tor. "Stimmt, nach vorne spielen wir nicht viele Chancen heraus", sagte Wolfgang Hesl.

Der Oberpfälzer im Fürther Tor organisierte dafür die Defensive bestens: "Für mich ist es wichtig, dass hinten kein Ball reingeht." Nach Schröcks Platzverweis war ein Punkt ohnehin das Höchste, auch für Trainer Frank Kramer: "40 Minuten in Unterzahl zu spielen war schwer, die Jungs haben das leidenschaftlich gemacht." Ein bisschen "Oh du fröhliche" war das dann doch noch ...
Weitere Beiträge zu den Themen: SpVgg (24098)12-2014 (6638)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.