Kein Sparringspartner

Der Weidener Kapitän Patrick Hofmann (links) läuft seinen Gegenspielern davon. Die Weidener C-Junioren spielten in der Bayernliga Nord gegen den SC Eltersdorf 1:1. Bild: Schwarzmeier

Nach dem 0:3 in Berlin ist die Ausgangslage für den HSV vor dem Pokalspiel gegen Bayern alles andere als gut. Trainer Zinnbauer fordert Aggressivität von seinen Spielern. Bayern-Coach Guardiola spricht vom "wichtigsten" Spiel der Münchner Gegenwart.

Die Bayern kommen, und jeder erwartet den nächsten K. o. des Hamburger SV. Auch HSV-Coach Joe Zinnbauer gab sich vor dem Pokal-Kracher keinen Illusionen hin. "Wir werden nicht darüber reden, dass wir uns riesengroße Chancen gegen Bayern ausrechnen", sagte der 44-Jährige vor der ausverkauften Zweitrundenpartie am Mittwoch (20.30 Uhr/ARD) und sprach von einem "Gegner von brutaler Klasse".

Als machtlosen Sparringspartner sieht Zinnbauer seine Mannschaft allerdings auch nicht. Der neue Cheftrainer der Hanseaten erinnerte seine Profis an das Achtungszeichen beim 0:0 gegen die Über-Bayern zu seinem Arbeitsbeginn vor sechs Wochen in der Fußball-Bundesliga. Diese 90 torlosen Minuten bemühte auch Bayern-Coach Pep Guardiola als Warnung für seine favorisierten Titelverteidiger: "Da haben wir gemerkt, wie schwer es in Hamburg ist."

Der Spanier erklärte die Pokalaufgabe - drei Tage vor dem prestigeträchtigen Liga-Duell gegen Borussia Dortmund - sogar zum "wichtigsten Spiel" für den deutschen Rekordchampion in der Gegenwart: "Es ist ein Finale. Und der Pokal ist immer gefährlich für die großen Mannschaften."

Den Gegner baute Guardiola sogar noch ein wenig verbal auf. Ob der HSV für ihn ein Abstiegskandidat sei, wurde er am Dienstag gefragt. Klare Antwort: "Unmöglich! Sie spielen mit Herz." Das müsse sich auf Dauer auszahlen, zumal der Trainerwechsel in Hamburg durchaus Wirkung zeige.

Namentlich hob er Torjäger Pierre-Michel Lasogga hervor, den es zu kotrollieren gelte: "Er ist ein sehr gefährlicher Stürmer." Eine Aufgabe für Weltmeister Jérome Boateng, der nach seiner Erholungspause beim Liga-Topspiel in Mönchengladbach für Mehdi Benatia ins Team zurückkehrt. Der Ex-Römer muss im DFB-Pokal noch eine Sperre aus dem italienischen Cup-Wettbewerb verbüßen. In der Offensive meldete sich zudem Arjen Robben wieder fit.

"Es wird ein anstrengendes Programm, aber im Pokal ist vielleicht doch was drin", sagte Zinnbauer. Nur eins soll es nicht geben: So eine Klatsche wie beim 0:5 im Volkspark im vergangenen Februar im Pokal-Viertelfinale.
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