Kein Warmschießen

Da hatte Franck Ribéry Glück, dass er nicht vom Platz flog: Im DFB-Pokalspiel gegen Eintracht Braunschweig wurde der Bayern-Star von seinem Gegenspieler Benjamin Knessel mehrmals gefoult, ehe es dem Franzosen zu bunt wurde: Ribéry trat gegen den Zweitliga-Spieler nach, was Trainer Pep Guardiola zwar nicht guthieß. Aber ohne Emotionalität könne Ribéry nicht Fußball spielen, argumentierte der Coach. Bild: dpa

Hannover als Warm-up für die Champions-League? Nicht für Pep Guardiola, für den die Auswärtsaufgabe mit Torgarantie ein weiterer Schritt zum "wichtigsten Titel" ist. Kurz vor dem K.-o.-Duell mit Schachtjor Donezk braucht kein Bayern-Star eine Pause.

Für Pep Guardiola ist das Spiel gegen Hannover 96 mehr als das Warmschießen für die Champions League. Zwischen den K.o.-Aufgaben gegen Eintracht Braunschweig (2:0) und Schachtjor Donezk sollen bei den kriselnden Niedersachsen am Samstag (15.30 Uhr) die nächsten Punkte zum "wichtigsten Titel" verbucht werden. "Die Bundesliga ist erst vorbei, wenn sie vorbei ist, wenn wir die Meisterschale haben. 33 Punkte sind viele, viele Punkte", erklärte der Coach des FC Bayern München am Freitag bei noch elf ausstehenden Spieltagen.

Seine Formation wolle er mit Blick auf das Duell mit dem ukrainischen Fußball-Meister nicht im Hannover-Spiel anpassen, sagte Guardiola. Einspielen für das Donezk-Duell könne man sich auch nicht. "Das Defensivverhalten von Hannover im Vergleich zu Schachtjor ist ein komplett anderes", sagte der Spanier, der seinen Instinktfußballer Franck Ribéry in den wegweisenden Wochen keineswegs bremsen möchte.

"Wir brauchen diese Emotionalität von Franck. Ich will diese Aggressivität im Eins gegen Eins. Ohne seine Emotionalität kann er nicht Fußball spielen", sagte der Bayern-Trainer. Ribéry hatte beim Erfolg im Pokal-Achtelfinale allerdings auch sehr emotional mit einem Nachtreten reagiert, war ungestraft davon gekommen. "Es ist manchmal nicht einfach, das zu kontrollieren, aber wir müssen das machen", erklärte Guardiola gestenreich.

Sieben Spiele sind die Niedersachsen schon ohne Sieg. Jetzt kommt auch noch die Münchner Tormaschine, die zuletzt 18:1 Tore in drei Liga-Begegnungen erzielte. Tore sind vor allem gegen diesen Gegner praktisch garantiert: In den vergangenen drei Duellen mit Hannover erzielten die Münchner immer vier Tore, in mehr als der Hälfte (28) aller Ligaspiele gegen 96 gelangen den Bayern drei oder mehr Treffer. "Eine minimale Chance gibt es in einem Bundesligaspiel immer", erklärte Trainer Tayfun Korkut, auf den der Druck immer größer wird, auch wenn Clubchef Martin Kind sagt: "Wir haben keine Trainerdiskussion."

Bis auf die Rekonvaleszenten Philipp Lahm, Javi Martínez und Thiago sind laut Guardiola für das Hannover-Spiel alle Profis einsatzbereit. Der zuletzt wegen muskulärer Probleme pausierende Medhi Benatia ist auch wieder zurück. Die Notwendigkeit einer Pause sieht Guardiola derzeit bei keinem Star. "Sie sind fit", sagte der Coach. "Jetzt kommt es auf die Mentalität und den Kopf an. Wenn Du Leidenschaft hast, ist keiner müde."
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