"Kein Weltwunder", aber wundervoll

Auch danach gab Thomas Müller den Ton an und heizte den Fans nochmal so richtig ein. Bild: dpa

In Porto an der Atlantikküste sind sie Stürme gewohnt: Aber was da am Dienstagabend über den FC hinwegfegte, hatte andere Dimensionen. Der FC Bayern wirbelte sich ins Halbfinale der Champions-League.

München. Das kriegte selbst der FC Bayern an diesem Dienstagabend nicht hin: "Also", sprach Thomas Müller, "das war doch kein Weltwunder." Aber es war wundervoll, "und teilweise phänomenal", wie Müller anmerkte. Die Allianz-Arena hat in ihrer kurzen, zehnjährigen Geschichte international schon einiges gesehen, aber dieses 6:1 (5:0) im Rückspiel der Champions-League war wohl einmalig. "Eine magische Nacht", war es für Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Es war zuallererst eine magische erste Hälfte, die trotz des unglaublichen Halbzeitstandes einen gestandenen Profi wie Müller forderte: "Also, so ein 5:0 zur Halbzeit, das musst du auch erst einmal verarbeiten."

In der Kabine war es vor dem Spiel zum großen Schwur gekommen. Alle Welt hatte nach dem schwachen 1:3 im Hinspiel schon den Abgesang auf den FC Bayern angestimmt. "Wir wussten aber, es ist noch lange nicht vorbei", gab Robert Lewandowski, der immer stärker wird, den Tenor im Mannschaftskreis wieder. "Wir sind der FC Bayern, wir können alles schaffen", tönte der Pole, der das Bayern-Selbstverständnis immer mehr verinnerlicht. Dass die Bayern auch mit anderen Rollen als der Favoritenrolle umgehen können, zeigten sie in der ersten Hälfte beeindruckend: "Wir konnten doch nur noch gewinnen", meinte Torwart Manuel Neuer, der nur beim 1:5 (73.) von Jackson Martínez geschlagen war.

Ansonsten kam auch er aus dem Jubeln nicht mehr heraus. Thiago (14.), Jérôme Boateng (22.), Müller (36.) und zwei Mal Lewandowski (27./40.) schossen bis zur Pause einen 5:0-Vorsprung heraus. "Fünf Tore bis zur Pause, das ist einfach der Wahnsinn", konnte es Lewandowski gar nicht fassen. Nach dem 1:5 aber wackelten die Münchener ein wenig. Der Grund: "Kräfteverschleiß", meinte Müller. "Da hatten wir Probleme, das Spiel zu kontrollieren", sagte Trainer Pep Guardiola. Der Freistoß zum 6:1 (88.) von Xabi Alonso gab aber den endgültigen Start zu den Jubelfeiern. "Humba Täterä" schallte es durch die Arena. "Ich bin ein glücklicher Mensch, ich bin Trainer dieser überragenden Spieler", schrie Guardiola. Die Halbfinal-Auslosung am Freitag war noch kein großes Thema. Egal, wer kommt, ein Weltwunder wird's auch da nicht brauchen. Ein wundervoller Abend könnte aber sicher nicht schaden.
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