Keine Belohnung für Wolfsburg

Bastian Schweinsteiger (Mitte) wie immer mit vollem Einsatz. In dieser Szene zieht er allerdings gegen Bas Dost den Kürzeren. Am Ende durfte der Ex-Bayern-Spieler dennoch jubeln. Bild: dpa

In den letzten 20 Minuten hat ManUnited gewankt: Die Wolfsburger glaubten bis zum Schluss daran, im Theater der Träume zumindest einen Punkt zu holen.

Alles gegeben, nichts gewonnen: Der VfL Wolfsburg hat trotz starker Schlussphase gegen Manchester United knapp verloren. Die Mannschaft von Nationalmannschaftskapitän Bastian Schweinsteiger brachte im "Theater of Dreams" im berühmten Old Trafford ein 2:1 (1:1) über die Zeit. Durch die Niederlage ist der VfL in der Champions-League nach zwei Spieltagen der Gruppe B nun punktgleich mit dem Schweinsteiger-Team und den beiden anderen Mannschaften ZSKA Moskau und PSV Eindhoven.

Für ManUnited trafen der überragende Spanier Juan Mata (34./Handelfmeter) und Chris Smalling (53.). Die Führung hatte für die Wolfsburger Daniel Caliguiri (4.) erzielt.

"Mutig genug haben wir gespielt", sagte Klaus Allofs, der Wolfsburger Manager im ZDF. "Wir haben es gut gemacht." Aber in den entscheidenden Momenten habe die Mannschaft zu viele Fehler gemacht. Nicht nur für Allofs wäre ein Punkt verdient gewesen.

Die Wolfsburger begannen mit der etwas defensiveren und eher auf Konter ausgerichteten 4-2-3-1-Aufstellung: Dafür musste Weltmeister André Schürrle zunächst draußen bleiben. Der zuletzt von Trainer Dieter Hecking kritisierte Nationalspieler sah, wie der Plan früh aufging. Nach einer Traumkombination bediente Max Kruse den frei stehenden Caliguiri, der den Angriff selbst eingeleitet hatte und dann mühelos einschob.

Mit der Führung im Rücken spielten die Wolfsburger mutig und aggressiv weiter. Schweinsteiger, den Trainer Louis van Gaal von Beginn an aufs Feld schickte, hatte viel zu tun, um Ordnung ins Spiel der Manchester-Truppe zu bringen. Schweinsteiger spielte neben Morgan Schneiderlin auf der Sechser-Position. Nach knapp einer Viertelstunde wurde es dann so richtig gefährlich vor dem Wolfsburger Tor. Matteo Darmian flankte in die Mitte zu Juan Mata, der sofort abzog. Dante ging mit dem Kopf dazwischen und lenkte den Ball über das Tor. Gefährlich war Manchester immer, wenn Mata am Ball war. Der Spanier hatte die auffälligsten Szenen bei den Gastgebern, bis Wayne Rooney die beste Chance vergab: Allein vor dem Tor jagte der englische Rekordstürmer den von Martial quer durch den Strafraum vorgelegten Ball über das Tor.

ManUnited hielt danach den Druck auf die Wolfsburger hoch. Treffsicherer als Rooney war dann Mata, als er zum Elfmeter antrat. Nach einem Handspiel von Caliguiri (33.) ("Ich weiß nicht, wohin mit der Hand.") ließ der spanische Mittelfeldspieler VfL-Keeper Diego Benaglio keine Chance und schob den Ball sicher ins linke untere Eck. Auch beim zweiten Tor zeigte Mata seine Klasse: Artistisch verlängerte er mit der Hacke einen Ball von Schweinsteiger über die Wolfsburger Abwehr hinweg zu Chris Smalling. Der stand frei vor Benaglio und spitzelte den Ball in der 53. Minute ins Tor.

In der 70. Minute brachte Hecking dann frisches Personal: Nicklas Bendtner kam für den wenig überzeugenden Bast Dost, Schürrle für Maximilian Arnold. Und es hätte sich fast gelohnt. Vor allem Schürrle machte mächtig Dampf und sorgte für viel Gefahr. Am Ende vergebens.
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