Keine Kugel: Neureuther enttäuscht

Felix Neureuther ging tief in die Hocke und blickte sekundenlang zu Boden. Die erste Weltcup-Kristallkugel seiner Karriere - verpasst in einem dramatischen letzten Wettkampf des WM-Winters. Kollegen umarmten den beliebten Skirennfahrer danach lang und innig, viele verteilten im französischen Méribel Schulterklopfer an den Dritten der Weltmeisterschaft und gratulierten zu einer tollen Saison.

Noch bevor die Österreicherin Anna Fenninger den zweiten Gesamtweltcupsieg ihrer Karriere perfekt machte, durfte ihr Teamkollege Marcel Hirscher mit der Slalom-Trophäe jubeln. Rang zwölf von Neureuther nach einem großen Fehler im ersten Lauf war zu wenig. "Für mich war es eine sehr, sehr gute Saison, die ich gerne gekrönt hätte. Aber es hat nicht sollen sein", sagte Neureuther am Sonntag. 23 Zähler fehlten ihm unterm Strich. "Die Enttäuschung ist natürlich schon groß, definitiv. Man muss akzeptieren: Der Marcel ist der verdiente Sieger." Österreichs Ski-Star holte die Kugel zum dritten Mal seit 2013, zudem gelang ihm nach 2012, 2013 und 2014 der vierte Gesamtsieg nacheinander. Das hat vor ihm noch kein Skirennfahrer geschafft. Mit der Herren-Saisonausbeute von zwei WM-Plaketten durch Fritz Dopfer (Silber) und Neureuther (Bronze) sowie 13 Podestplätzen war DSV-Alpinchef Wolfgang Maier dennoch hoch zufrieden: "Wir haben Medaillen bei der Weltmeisterschaft, wir haben deutlich mehr Podiums erreicht als in den letzten Jahren, wir waren das Techniker-Team schlechthin - das bleibt stehen. Das mache ich nicht abhängig von der Kugel."

Fenninger sicherte sich die Trophäen für den Gesamtweltcupsieg und die Riesentorlaufwertung durch Rang eins im abschließenden Riesenslalom. Hirscher dagegen hatte diese beiden Kugeln schon vor dem letzten Start im Slalom sicher. "Da fährt es sich leichter", bemerkte Neureuther und lobte seinen Widersacher: "Er ist gnadenlos. Wenn einer Fehler macht, den bestraft der Marcel sofort."
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