Keine Prognose, wann der neue Kapitän zurückkommt - "Es geht ihm natürlich nicht so gut"
Das lange Warten auf Schweinsteiger

Am Ziel seiner Träume: Bastian Schweinsteiger Sekunden nach dem gewonnenen WM-Finale. Der Bayern-Star hatte sich, obwohl angeschlagen, total verausgabt. Der Münchner ist seit dem Endspiel in Rio verletzt, eine Rückkehr auf den Rasen ist nicht absehbar. Bild: dpa
Wieder zwei Länderspiele ohne den neuen Kapitän - und ein Ende der Wartezeit ist nicht abzusehen. "Es geht ihm natürlich nicht so gut, weil er nicht fit ist", berichtete Manuel Neuer über seinen Bayern-Kollegen Bastian Schweinsteiger: "Er möchte unbedingt zurückkommen." Doch Schweinsteiger muss sich gedulden. Auch die letzten Länderspiele in diesem Jahr am 14. November gegen Gibraltar und vier Tage später in Spanien kommen für den Münchner Weltmeister als Comeback-Termin wohl nicht mehr als Ziel infrage.

Schweinsteiger steht wie kein anderer als Symbol für den grandios umkämpften WM-Finalsieg von Rio de Janeiro. Seine "monumentale Leistung" werde ihn einen Platz in der Reihe der großen deutschen WM-Helden wie Helmut Rahn, Gerd Müller und Andreas Brehme sichern, meinte der neue Löw-Assistent Thomas Schneider in Frankfurt, wo sich die deutsche Nationalelf auf den Qualifikations-Doppelpack in Polen und gegen Irland vorbereitet. "Der Kontakt ist natürlich da, auch wenn man nicht täglich anruft", berichtete Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff zur Personalie Schweinsteiger. "Man hofft natürlich auf baldige Genesung, aber eine klare Prognose hat man nicht. Warten wir einfach mal ab", bemerkte Bierhoff: "Es macht nur Sinn, wenn er 100 Prozent fit ist und dann wieder einsteigt."

Die Patellasehnenprobleme am Knie und jetzt auch noch eine Mandelentzündung gestalten Schweinsteigers Kampf um den Wiedereinstieg noch immer schwierig. "Basti wird zurückkommen", hatte jüngst zwar Bayern-Trainer Pep Guardiola verkündet, zugleich aber offen gelassen, ob das noch für das laufende Jahr gelte. Man werde "keinen Druck" erzeugen, ergänzte der Spanier.

Selbst falls Schweinsteiger in den nächsten Wochen wieder auf den Münchner Trainingsplatz zurückkehrt, würde sein Comeback bei Bundestrainer Joachim Löw aller Wahrscheinlichkeit nach erst im März möglich sein, wenn ein Testländerspiel sowie die Reise nach Georgien anstehen. "Er fehlt natürlich", betonte DFB-Ersatzkapitän Neuer, der Schweinsteiger als Sprachrohr und Dirigent des deutschen Spiels sieht: "Er kann Tempo und Spielrhythmus bestimmen. Das ist wichtig für eine Mannschaft. Er ist schon Taktgeber."

Bierhoff hat beobachtet, dass der 108-malige Nationalspieler Schweinsteiger auf der einen Seite ungeduldig sei. "Auf der anderen Seite weiß er, dass er aus einem schwierigen Jahr kommt. Er will sich die nötige Zeit nehmen, um fit zu werden", berichtete der Manager. Schweinsteiger, den Löw nach der WM zum Nachfolger des zurückgetretenen Kapitäns Philipp Lahm ernannt hatte, wird um sein Comeback kämpfen. Wie erbittert er kämpfen kann, das erlebten die Fans zuletzt im WM-Endspiel gegen Argentinien.
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