Keine Rechenspielchen

Die DFB-Frauen wollen den Gruppensieg perfekt machen. Taktieren zum Vorrundenabschluss gegen Thailand ist trotz der guten Ausgangslage nicht angesagt. Womöglich gibt es eine kleine Rotation. Laudehr und Popp sind leicht angeschlagen.

Beim Kampf um den Gruppensieg gibt es keine Kompromisse. Auch wenn den deutschen Fußballerinnen zum Einzug ins WM-Achtelfinale schon ein Unentschieden gegen Thailand genügen würde, wollen sie im letzten Vorrundenspiel nicht taktieren und weiter Stärke demonstrieren. Auf Rechenspielchen lässt sich Tabea Kemme erst gar nicht ein. "Ich bin hier nicht bei der Mathematik-Olympiade", sagte die Linksverteidigerin vor dem Duell mit den Asiatinnen in Winnipeg unmissverständlich. "Diese Rechnerei macht mich eher nervöser. Wir haben den Titeltraum. Und wenn wir diesen verwirklichen wollen, müssen wir jeden Gegner besiegen."

Kemmes Pendant auf der rechten Abwehrseite, Leonie Maier, beschäftigt sich ebenfalls "überhaupt nicht" mit irgendwelchen Was-wäre-wenn-Szenarien. "Wir gehen in jedes Spiel, um es zu gewinnen. Wir sollten unsere Kräfte in was anderes reinstecken als über Dinge nachzudenken, die wir nicht beeinflussen können", betonte die Verteidigerin vom deutschen Meister Bayern München. Im Duell am Montag (22.00 Uhr MESZ/ZDF und Eurosport) rechnet Maier mit heftiger Gegenwehr, auch wenn der WM-Neuling natürlich krasser Außenseiter sei.

Die Ausgangslage in der Gruppe B ist einfach: Deutschland geht als Tabellenführer (4 Zähler) vor den punktgleichen, aber mit einer um sechs Tore schlechteren Tordifferenz ausgestatteten Norwegerinnen in den abschließenden Gruppen-Spieltag. Inwieweit die komfortable Konstellation für Bundestrainerin Silvia Neid Anlass ist, einige ihrer durch den Kunstrasen noch einmal besonders hoch belasteten Spielerinnen zu schonen, muss abgewartet werden. Sie wird aber zumindest bei den leicht angeschlagenen Akteurinnen kein Risiko eingehen. Simone Laudehr verpasste das Training am Samstag wegen einer leichten Bauchmuskelzerrung ebenso wie Stürmerin Alexandra Popp, die wegen einer Kniereizung behandelt wurde. Auch wenn der Südostasien-Meister sein Match gegen die Elfenbeinküste 3:2 gewann, dürfte ein Sieg gegen das Team von Trainerin Nuengrutai Srathongvian für den zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameister nicht mehr als eine Pflichtübung sein.
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