Keine Träne für Vettel

Sebastian Vettel auf der Strecke im Olympiapark von Sotschi. Im freien Training lief es nicht besonders für den Weltmeister. Bild: dpa

Lewis Hamilton fährt die Tagesbestzeit beim Training zur Renn-Premiere in Russland. Titelverteidiger Vettel nimmt es relativ cool, dass er zu langsam ist. Sein Chef bleibt ziemlich gelassen, dass Vettel geht.

Nach einer zu "kreativen" Setup-Wahl hat Nico Rosberg seinem Mercedes-Widersacher Lewis Hamilton das Prädikat Tagesschnellster beim ersten Formel-1-Grand-Prix in Russland überlassen müssen. Der WM-Spitzenreiter aus Großbritannien verewigte sich mit der ersten Runde auf dem neuen 5,853 Kilometer langen Kurs im Olympiapark von Sotschi in unter 1:40 Minuten. Hamilton brauchte in der schnelleren zweiten Session am Nachmittag fast eine Sekunde weniger als Rosberg, der am Morgen noch auf Platz eins gerast war.

Zehn Punkte dahinter

Grund für seinen schwächeren zweiten Auftritt war ein "sehr kreatives Setup", sagte Rosberg. "Wir werden morgen zu der konservativeren Variante zurückkehren", kündigte er für das samstägliche Training und das Qualifying an. "Wir haben gesehen, dass Lewis damit sehr schnell unterwegs war", betonte Rosberg. Der gebürtige Wiesbadener liegt im WM-Klassement vor dem 16. von 19 Saisonrennen zehn Punkte hinter seinem Silberpfeil-Rivalen, der in der ersten 90-minütigen Trainingseinheit Zweiter geworden war. Sein Rückstand dabei auf Rosberg gerade mal 65 Tausendstelsekunden.

Ob Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel im viertletzten Rennen seiner Red-Bull-Ära auch vorne mitmischen kann, ist zunächst fraglich. Nur Platz neun unterm Strich. "Leider sind wir nicht ganz so schnell, wie wir sein wollen. Es scheint nicht eine Strecke zu sein, die für uns gemacht ist", betonte der 27 Jahre alte Heppenheimer, dessen vermutlicher Wechsel zu Ferrari auch knapp eine Woche nach seiner Ankündigung, Red Bull nach der Saison zu verlassen, unbestätigt blieb. Dafür reagierte erstmals sein oberster Chef. "Erstens wussten wir, dass er Gespräche führt, und zweitens glaube ich, dass es bei aller Loyalität für einen Rennfahrer richtig ist, sich nach neuen Herausforderungen umzusehen", sagte Dietrich Mateschitz der dpa.

Man habe auch nicht probiert, Vettel umzustimmen. "Ich hätte das auch nicht für richtig gehalten. Insbesondere unter den derzeitigen Voraussetzungen, angesichts des Handicaps von Red Bull Racing mit der derzeitigen Power Unit, braucht es keinen vierfachen Weltmeister im Team, der bei der derzeitigen Mercedes-Dominanz bestenfalls 'best oft the rest' werden kann", erklärte der Red-Bull-Besitzer. Zudem seien mit dem Aufstieg von Toro-Rosso-Pilot Daniil Kwjat als Vettel-Nachfolger "auch sehr hohe finanzielle Einsparungen verbunden".
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