Kerber sicher, Kohlschreiber knapp

Nach fünf deutschen Niederlagen am Montag hat Angelique Kerber am zweiten Turniertag der US Open wie erhofft für den ersten Erfolg gesorgt. Philipp Kohlschreiber konnte sich danach ganz knapp gegen Talent Alexander Zverev behaupten.

Angelique Kerber überzeugend, Philipp Kohlschreiber mit großer Mühe im Duell gegen Talent Alexander Zverev: Zumindest Deutschlands beste Tennisspieler haben es bei den US Open nach dem missratenen Auftakt in die zweite Runde geschafft. Kohlschreiber wehrte am Dienstag in New York gerade noch einmal den Angriff von Zverev ab und siegte 6:7 (0:7), 6:2, 6:0, 2:6, 6:4. Kerber hatte es beim 6:3, 6:1 gegen Alexandra Dulgheru aus Rumänien leichter. "Ich habe mich vom ersten Punkt an gut gefühlt und bin letztlich sehr stolz auf mein Spiel. Ich hatte nur einen kleinen Hänger drin, daraus will ich lernen", sagte die 27-Jährige locker und gelöst nach dem zweiten Erfolg gegen die Nummer 52 der Welt.

Kerbers nächste Gegnerin ist am Donnerstag Karin Knapp aus Italien. Doch das Tableau interessiert Kerber eigentlich nicht, Druck will sie sich auch nicht machen, nachdem ihre eigenen Erwartungen in der Vergangenheit oft zu hoch waren. "Ich lasse das alles nicht mehr an mich ran", meinte sie. Für Kerber, die 2011 im Halbfinale der US Open stand, verliefen die bisherigen Grand-Slam-Turniere dieses Jahres nicht nach Wunsch. In New York soll nun zumindest der erstmalige Einzug unter die letzten 16 gelingen.

Kohlschreiber und Zverev lieferten sich auf Platz 6 ein enges Duell. Der durch drei Siege in der Qualifikation ins Hauptfeld gerutschte Youngster machte im ersten Satz ein schnelles Break und einen 2:4-Rückstand wett. Auch im Tiebreak deutete Zverev sein enormes Potenzial an, das ihm womöglich eine Nominierung für das Davis-Cup-Relegationsspiel in der Dominikanischen Republik an der Seite von Kohlschreiber einbringt.

Der Routinier ließ sich weder vom Rückstand noch den harten äußeren Bedingungen irritieren und diktierte bei mehr als 30 Grad ab dem zweiten Satz die Partie. Kohlschreiber schien auf dem Weg zum zweiten Sieg nach dem diesjährigen Erfolg beim ATP-Turnier in München. Das Blatt wendete sich jedoch im vierten Satz, Zverev führte schnell 4:0. In der engen Schlussphase wehrte Kohlschreiber einen Breakball zum 4:5 und nutzte dann nach 3:22 Stunden mit einer krachenden Vorhand seinen zweiten Matchball. Der erschöpfte Zverev, der sich am Ende beim Seitenwechsel nicht mehr hinsetzte und an den rechten Oberschenkel griff, nahm seinen einen Kopf kleineren deutschen Rivalen am Netz in den Arm.

Nach dem Aus der ehemaligen Weltranglisten-Ersten Ana Ivanovic am Montag scheiterte am Dienstag French-Open-Finalistin Lucie Safarova. Die an Nummer sechs gesetzte Tschechin verlor 4:6, 1:6 gegen Lessia Zurenko aus der Ukraine, die sie in der Vorwoche in New Haven noch besiegt hatte. Die Mitfavoritinnen Simona Halep aus Rumänien und Caroline Wozniacki aus Dänemark kamen ebenso weiter wie Roger Federer. Der fünfmalige US-Open-Champion aus der Schweiz überzeugte beim 6:1, 6:2, 6:2 gegen den Argentinier Leonardo Mayer.
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