Kingsley der King in Nabburg

Eine süße Überraschung für Kingsley Coman (Mitte beim Schneiden): Der Bayern-Fanclub Nabburg/Oberpfalz hatte einen eigenen Kuchen für den französischen Stürmer der Bayern kreiert. Er naschte sogar ein wenig davon. Bild: bwr

Er war als Ergänzung gedacht, jetzt ist er kaum noch wegzudenken: Kingsley Coman ist die Saison-Entdeckung des FC Bayern. Fußball-Europa kennt er schon, jetzt lernte der junge Franzose auch die Oberpfalz kennen.

Nabburg. (mr) Alles kann er dann doch nicht: Als Kingsley Coman auf der Bühne der Nordgauhalle schuhplattln sollte, machte er große Augen und ganz kleine Schritte. Das war ihm dann doch nicht geheuer. Aber was der Franzose in Diensten des FC Bayern München auf dem Platz so kann, das überrascht nicht nur seinen neuen Arbeitgeber.

Am Samstag wurde der 19-jährige Flügelflitzer von 70 000 Bayern-Fans beim 2:0 gegen Hertha BSC auch für sein Tor gefeiert, am Sonntag bei seinem Besuch in Nabburg von mehr als 700 Anhängern des Fanclubs dort. Die Bayern haben Douglas Costa im Sommer gekauft, die Entdeckung ist aber Coman (sprich: Komann). "Ich kann mir natürlich vorstellen, hier länger zu bleiben", sagte er nach dem Fanclub-Besuch im Pressegespräch. Durchaus könne er sich vorstellen, auch so eine Ära in München zu prägen wie Franck Ribéry. Dass sein 32-jähriger Landsmann derzeit nicht spielen kann, schmerzt auch Coman. "Wir können noch nicht einmal miteinander trainieren." Ribéry übt noch nicht mit der Mannschaft. "Aber ich hoffe, er ist bald da. Wir brauchen ihn."

Auch, weil Ribéry schon etwas in die Jahre gekommen ist, haben die Bayern kurz vor Transferschluss Ende August mit dem jungen Franzosen einen weiteren Flügelmann geholt. Bei Juventus Turin kam er in der vergangenen Saison kaum zum Einsatz, bei den Bayern ist er fast schon eine Konstante: Neun Spiele, drei Tore in der Bundesliga (er war erst nach dem dritten Spieltag geholt worden). In der Champions-League traf er zuletzt gegen Piräus. In der französischen Nationalelf debütierte der gebürtige Pariser, dessen Eltern aus Guadeloupe stammen, jüngst gegen Deutschland.

Zunächst ist Coman für zwei Jahre von Juve ausgeliehen (für 7 Millionen Euro), danach gibt es eine Kaufoption (für 21 Millionen Euro). Dass die Bayern diese ziehen werden, hofft auch Coman: "Bei Juventus war alles strenger, strikter", sagte er in Nabburg. "Bei den Bayern ist Fußball viel mehr Spaß." Coman kann sich bei Pep Guardiola auf den Flügeln austoben. "Ich versuche immer den Trainer zu überzeugen." Klappt ganz gut. Was noch nicht klappt, ist die deutsche Sprache: "Mit dem Trainer und Arturo Vidal rede ich italienisch." Mit den anderen englisch und natürlich mit Händen und Füßen.

Er sei schon da, um viele Titel zu gewinnen, verkündet er stolz vor den Fans. "Wir können auch das Triple holen", ist er sich sicher. "Mit Juve hätte ich es vergangene Saison fast geschafft." Erst im Finale der Champions-League scheiterte die alte Dame am FC Barcelona, Coman durfte im Finale von Berlin ein paar Minütchen mitmachen.

Dass er sich im Münchener Starensemble auf Anhieb durchsetzen würde, dachte er selbst nicht: "Ich bin schon überrascht, wie schnell das alles gegangen ist. Das war nicht zu erwarten. Trainer Pep Guardiola hält große Stücke auf den baumlangen Franzosen, der vor allem durch seine Schnelligkeit besticht: "Ich trainiere das nicht speziell, ich war schon immer so schnell." Das gilt aber nur auf dem Fußballplatz. In Nabburg ließ es Coman langsam angehen und nahm sich viel Zeit für die Fans.
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