Kittel fühlt sich ausgebremst

Das Giant-Alpecin-Team hat Marcel Kittel nicht für die Tour de France 2015 berücksichtigt. Die Gründe: Trainingsrückstand und fehlende Form. Bild: dpa

Damit hatte Marcel Kittel nicht gerechnet. Sein Giant-Alpecin-Team nominierte ihn nicht für die am 4. Juli beginnende Tour de France. Der Sprinter beklagt fehlendes Vertrauen.

Für den restlos verärgerten Sprintstar Marcel Kittel gibt es in diesem Jahr bei der Tour de France kein weiteres Sommermärchen. Nach acht Etappensiegen und zwei Gelben Trikots in den Jahren 2013 und 2014 ist der 27-Jährige wegen seines Formrückstands von seinem Giant-Alpecin-Team ausgebremst worden. Der Thüringer reagierte mit Unverständnis und Enttäuschung auf die Entscheidung. "Die Nichtnominierung ist die mit Abstand schwierigste Phase meiner Karriere. Es ist nun für mich ein erneuter Rückschlag, dass ich das Vertrauen meines Teams für eine Tournominierung nicht verdient habe", schrieb Kittel auf seiner Homepage.

Bis zuletzt hatte der Thüringer noch gehofft, rechtzeitig in Form zu kommen. Dafür war er sogar ins Höhentrainingslager in die Sierra Nevada gefahren. Ohne Erfolg - im neunköpfigen Aufgebot fehlte sein Name. Stattdessen wird Klassikerspezialist John Degenkolb die Mannschaft anführen. Der Wahl-Frankfurter, der im Frühjahr sensationell die Monumente Mailand-San Remo und Paris-Roubaix gewonnen hatte, soll für die nötigen Etappensiege sorgen. Das war in den vergangenen beiden Jahren Kittels Job. Glaubt man dem Sprinter, wäre er auch in diesem Jahr konkurrenzfähig gewesen. Die Skepsis bei den Verantwortlichen war aber größer. Seine grundsätzliche Fitness sei nicht ausreichend, hieß es.

Fast drei Monate war Kittel nach einer Viruserkrankung keine Rennen gefahren, Comeback-Versuche mussten immer wieder verschoben werden. Sein letzter Profisieg - abgesehen von einem Erfolg bei einem Kriterium in Australien im Januar - liegt schon neun Monate zurück.

Offenbar hat Kittels Vorstellung bei der am Sonntag zu Ende gegangenen ZLM Toer den Ausschlag gegeben. Abgeschlagen war er meist über den Zielstrich gerollt. Zu einem Sprint-Duell mit den Rivalen um den zweimaligen Etappengewinner und Gesamtsieger André Greipel war es erst gar nicht gekommen. Kittel hält dagegen: "Dass ich bei der ZLM-Tour noch kein Ergebnis eingefahren habe, hängt auch damit zusammen, dass ich frisch aus dem Höhentrainingslager gekommen bin."
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