Klopp-Jungs locker und souverän

Mats Hummels (links) und Pierre-Emerick Aubameyang (rechts) jubeln mit dem Torschützen Marco Reus über das 3:0 für Borussia Dortmund. Bild: dpa

In der Bundesliga läuft es für Borussia Dortmund gar nicht gut. Dass sie aber immer noch eine der besten deutschen Mannschaften ist, hat sie am Mittwochabend beim Champions-League-Spiel in Istanbul gezeigt.

Mit dem höchsten Sieg in der Champions-League trotzt Borussia Dortmund der Bundesliga-Krise. Beim 4:0 (3:0) gegen Galatasaray Istanbul gelang dem BVB der dritte Sieg in Serie und ein großer Schritt in Richtung Achtelfinale. Dank der Tore von Pierre-Emerick Aubameyang (6./18. Minute), Marco Reus (41.) und Adrian Ramos (83.) schöpfte der in der Meisterschaft auf Rang 14 abgerutschte Vize-Meister neuen Mut für die schweren nationalen Aufgaben. Drei Auftaktsiege in der Königsklasse waren dem Revierclub zuletzt in der Saison 1996/97 geglückt - am Ende stand der Triumph im Finale von München.

In Istanbul kamen am Mittwoch vor 36 324 Zuschauern die verloren gegangenen BVB-Tugenden wieder zum Vorschein. Die Abwehr stand sicher, das Umschaltspiel klappte vorzüglich und vorne war fast jeder Schuss ein Treffer. "Hinten hat es gepasst, vorne hat es gepasst. Wir haben nichts anbrennen lassen", sagte BVB-Profi Neven Subotic. Mats Hummels stellte fest: "Wir haben heute sehr konzentriert gespielt, noch dazu sehr effektiv, das ist uns in letzter Zeit nicht so gelungen."

Mit Lukasz Pisczek sowie erstmals den drei gelernten Innenverteidigern Subotic, Weltmeister Mats Hummels und Sokratis in der Viererkette hatte Klopp die Abwehr gefestigt. Nach seinem Comeback war Ilkay Gündogan zunächst genauso auf der Bank geblieben wie Kevin Großkreutz und die Stürmer Adrian Ramos und Ciro Immobile. Der BVB baute im Angriff einzig und allein auf Pierre-Emerick Aubameyang. "Die Mannschaft hat den Auftrag zu zeigen, dass wir verstanden haben", sagte Klopp. Das gelang dem BVB viel schneller als erwartet: Aubameyang nutzte die erste BVB-Chance nach sechs Minuten. Nach einer feinen Hereingabe von Reus musste der 25-jährige den Fuß nur hinhalten. Schon bald durfte sich der Trainer weiter entspannen, denn Aubameyang gelang nach einer mustergültigen Flanke von Piszczk der Doppelpack.

Wie schon beim Führungstreffer war es der überragende Henrich Mchitarjan, der im Mittelfeld die Fäden gezogen hatte. Nach einer halben Stunde vergab Aubameyang den Hattrick, er traf nur Pfosten. Kurz vor der Pause zauberte Reus, traf aus 24 Metern und zeigte, dass ihn die Diskussionen um einen Wechsel zum Bundesliga-Rivalen Bayern München überhaupt nicht beirren.

Nach der Pause versuchte der Gastgeber, den Schaden zu begrenzen. Doch Dortmund spielte weiter klug und überlegt, der 19-malige türkische Meister blieb harmlos. Sven Bender musste nach der Pause verletzt ausgewechselt werden. Er wurde durch Matthias Ginter ersetzt. Nach 68 Minuten bekam Hummels die verdiente Schonung und der lange verletzt gewesene Gündogan Spielpraxis. Und der Nationalspieler fügte sich gut ein, legte sogar auf für den ebenfalls eingewechselten Ramos.
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