Klopps Traum lebt weiter

BVB-Trainer Jürgen Klopp (links) gönnt sich eine kurze Jubelpause, seine Spieler dagegen feiern den Sieg gegen die Bayern gebührend. Die Borussia steht im Finale von Berlin. Bild: dpa

Jürgen Klopp ist mit Borussia Dortmund noch mal "voll drin". Das Pokalfinale in Berlin soll zum emotionalen Happy End nach sieben gemeinsamen Jahren werden. Der Held von München ist der Torwart.

Lautstark wurde Jürgen Klopp mit Sprechchören gefeiert, als er nach Mitternacht als Triumphator die Münchner Arena verließ und zum Dortmunder Mannschaftsbus schritt. "Das war ein ganz, ganz großer Abend. Ich wollte unbedingt in dieses Finale. Wir haben es erreicht gegen diesen unfassbaren starken Gegner. Das ist geil", schwärmte der 47 Jahre alte Trainer. 2:0 siegte die Borussia in einem verrückten Elfmeterschießen mit vier Münchner Fehlschützen. "Wenn alle Spieler mit ihren Kräften am Ende sind, kommt so ein kurioses Ergebnis zustande", meinte Klopp; 1:1 stand es nach 120 Minuten.

Es war ein Fußball-Abend, der in die Pokal-Historie eingehen wird. Und er bescherte Klopp ein großes Abschiedsspiel mit dem BVB am 30. Mai in Berlin, in dem er sich den Traum von einer finalen Jubelfahrt mit dem "Pott" über den Dortmunder Borsigplatz erfüllen könnte.

"Ich hoffe, dass die Fans mich eben nicht in Berlin verabschieden müssen, sondern dass am nächsten Tag noch was passiert in Dortmund. Das wird aber nur passieren, wenn wir in Berlin auch gewinnen", sagte Klopp. Die eigenen Befindlichkeiten mochte er nach seinem 10. Sieg im 23. und letzten Pflichtspiel mit der Borussia gegen die Bayern gar nicht so sehr in den Mittelpunkt rücken. "Meine Situation? Ist alles cool. Wir sind voll drin", verkündete Klopp kurz und bündig.

In der Tat. Plötzlich könnte eine Katastrophensaison mit einem Titelgewinn doch noch eine andere Gesamtbewertung erfahren. Diesen Stimmungsumschwung lebten auch Klopps Spieler aus. Ausgelassen tanzten die BVB-Akteure um Torhüter Mitch Langerak, den Helden des Spiels, nach dem vierten und letzten verschossenen Bayern-Elfmeter von Manuel Neuer in den schnell übergestreiften gelben T-Shirts mit dem Aufdruck "Berlin, wir kommen" über den Rasen. "Wenn sie keine Elfmeter schießen können, müssen sie es üben", spottete Sebastian Kehl, der wie Ilkay Gündogan sicher vom Punkt verwandelt hatte.

"Wir wollen den Pott jetzt wieder nach Hause holen", kündigte Marco Reus an, der laute Musik hörend mit Kumpel Pierre-Emerick Aubameyang durch die Stadion-Katakomben schlenderte. Der BVB hatte in einem Spiel, das lange verloren schien, ein erstaunliches Comeback bewerkstelligt. "Bis zur 70. Minute war das Beste, dass wir nur 0:1 hinten lagen", gestand Sportdirektor Michael Zorc.

Mit der Einwechslung von Henrich Mchitarjan führte der Trainer die bemerkenswerte Wende selbst mit herbei. Der Armenier bereitete auch das 1:1 von Aubameyang (75.) vor. "Wir haben es umgekehrt gemacht wie in London vor zwei Jahren", erinnerte BVB-Chef Hans-Joachim Watzke an das verlorene Champions-League-Finale 2013, als erst Dortmund besser war und später der glückliche Gewinner Bayern München.
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