"Können sie jederzeit schlagen"

Dass er Ballgefühl hat, hat Athléticos Abwehrspieler Joao Miranda schon mehrfach bewiesen. Für ihn ist ein Heimsieg im Champions-League-Viertelfinalspiel gegen Real Madrid Pflicht. Bild: dpa

Das Madrider Derby im Viertelfinale der Champions-League - eine Neuauflage des Endspiels von 2014 - mutet aufgrund des finanziellen Ungleichgewichts wie ein Duell David gegen Goliath an. Doch die jüngste Statistik zeigt, dass Geld im Fußball nicht alles ist.

Angstgegner Atlético Madrid will dem mächtigen Stadtrivalen mehr als nur nächsten gewaltigen Schrecken einjagen. Im Estadio Vicente Calderón, das Real zuletzt dreimal nacheinander als Verlierer verließ, müssen sich königliche Künstler und Fußball-Ästheten am Dienstag (20.45 Uhr) auf ein ganz hartes Stück Arbeit einstellen. "Zu Hause ist ein Sieg auf jeden Fall Pflicht", erklärte Atléticos Abwehrmann Joao Miranda. Spaniens Meister will den ungleich reicheren Champions-League-Titelverteidiger Real Madrid in der Königsklasse stürzen, es soll auch die Revanche für die unglückliche Finalniederlage des Vorjahres sein. Selbst wenn Miranda behauptet: "Das Finale 2014 ist schon Geschichte." Er versprach den Fans des Arbeiterclubs aus der spanischen Hauptstadt aber: "Wir werden in beiden Spielen bis zum Äußersten kämpfen und den Sieg anstreben." Außenverteidiger Jesús Gámez meinte: "Mit unserem Selbstvertrauen können wir Großes schaffen."

Mit einem Jahresetat von 120 Millionen Euro hat Atlético nicht einmal ein Fünftel des Geldes zur Verfügung, das Real (550 Millionen) pro Saison ausgibt. Atlético ist sogar einer der ärmsten Clubs im Viertelfinale der Champions-League. Dennoch avancierte er in den vergangenen Monaten zum Angstgegner der Königlichen. Nach der Final-Niederlage von Lissabon in der Champions-League, bei der Real in der dritten Minute der Nachspielzeit das 1:1 erzielt und nach Verlängerung 4:1 gewonnen hatte, blieb man in sechs Pflichtspielen gegen die vermeintliche Weltauswahl um Superstar Cristiano Ronaldo ungeschlagen.

"Nach dem jahrelangen Fluch (bis 2013 war Atlético 14 Jahre lang ohne Sieg geblieben) wissen die Real-Spieler nun, dass wir sie jederzeit schlagen können", betonte Kapitän Gabi. Atlético schaffte zuletzt vier Siege und zwei Remis, schnappte Weltfußballer Ronaldo und Co. den spanischen Supercup weg und warf die Nachbarn aus dem spanischen Pokal. Vor allem das Vicente Calderón, wo es zuletzt in der Liga ein blamables 0:4 für Real gab, sei für den spanischen Rekordmeister zur wahren Hölle geworden, schrieb am Montag die Sportzeitung "Marca".

Seit der Finalniederlage von 2014 gibt es viele neue Profis, die das Spiel in Lissabon noch vom Sofa aus verfolgt hatten. Bei Real sind es Weltmeister Toni Kroos und der kolumbianische WM-Torschützenkönig James Rodriguez. Atlético hat in Mario Mandzukic und dem glänzend aufgelegten Franzosen Antoine Griezmann sowie "Rückkehrer" Fernando Torres unter anderem einen ganz neuen Sturm. Mittelfeldmotor Arda Turan hatte das Finale wegen einer Verletzung verpasst und ist ein Trumpf der Rot-Weißen.

Im Achtelfinale hatten sowohl Real als auch Atlético gegen die Bundesligisten Schalke 04 und Bayer Leverkusen größte Mühe gehabt. Für die Real-Profis war vor allem die 3:4-Heimpleite im Rückspiel gegen die Gelsenkirchener ein unüberhörbarer Warnschuss gewesen.
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