Kommentar
Der "Kaiser" muss auspacken

Von Alfred Schwarzmeier

Wer eins und eins zusammenzählt, landet bei der wahrscheinlichsten Version. Und die lautet: Vor der Vergabe der Fußball-WM 2006 nach Deutschland wurde dem Anschein nach auf Teufel komm raus gemauschelt.

Klare Beweise für den Stimmenkauf konnte die Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer zwar nicht präsentieren. Aber das, was sie nach monatelangen Recherchen herausgefunden hat, untermauert die Verdachtsmomente. An den undurchsichtigen Überweisungen in Millionenhöhe an Mohammed bin Hammam, neben Jack Warner das Synonym für Bestechung und Korruption im Weltfußball, waren, direkt und indirekt, viele beteiligt: Der DFB und die Fifa ebenso wie ein Schweizer Advokatbüro oder auch Franz Beckenbauer, der Chefplaner des deutschen "Fußball-Märchens".

Bei ihren Nachforschungen stieß die Kanzlei nur zu oft auf eine Mauer des Schweigens. Manche, wie Sepp Blatter, wollten nichts sagen. Andere, wie Wolfgang Niersbach, vertuschten lieber. Einer, der endlich reinen Tisch machen könnte, wäre Beckenbauer. Der "Kaiser" muss endlich auspacken. Auch wenn ihm dabei alle Zacken aus der Krone fallen.
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