Kommentar von Alfred Schwarzmeier
Anton und Edi müssen ran

Der deutsche Fernsehzuschauer kennt es nicht anders: Die Olympischen Spiele haben seit jeher ihren Sendeplatz im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Das ist seit Jahrzehnten genauso sicher wie der Tatort am Sonntag nach der Tagesschau oder die Mainzelmännchen vor den heute-Nachrichten.

Doch Gewohnheitsrecht zählt nicht. Schon gar nicht in Zeiten, in denen Unsummen für Sport-Übertragungen hingeblättert werden. Der (englische) Fußball ist längst ein Milliarden-Spiel geworden, genauso wie jetzt die Wettbewerbe unter den fünf Ringen. Im vergangenen Jahr hatte sich der US-Medienkonzern Discovery die TV-Rechte an den Olympischen Spielen 2018 bis 2024 für ganz Europa gesichert - für sage und schreibe 1,3 Milliarden Euro. Und mit diesem Coup auch ganz frech ARD und ZDF ausgebootet.

Man ist verführt zu applaudieren. Dafür, dass die Öffentlich-Rechtlichen endlich den Mut haben, um auszusteigen aus der Spirale, die letztlich dem Steuerzahler das Geld aus der Tasche zieht. Nur zu dumm: Die BBC ist ähnlich strukturiert wie hierzulande ARD und ZDF. Und trotzdem ist man sich in England in Sachen Sublizenz ganz schnell handelseinig geworden mit Discovery. Es stellt sich die Frage: Können die Briten so viel besser verhandeln als wir Deutsche? Wenn ja, dann bitte schnell die Mainzelmännchen vorbeischicken. Vielleicht schaffen es Anton, Edi und Co., dass es für ARD und ZDF doch noch einige Millionen Euro billiger wird.
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