Kommentar zum Länderspieljahr 2016
Irgendwie ein verschenktes Jahr

Jetzt haben sie auch noch den Papst in der Tasche. Und mit dem Unentschieden der blutjungen B-Elf gegen den einstigen Angstgegner, wurden auch noch die Reste des dunklen Italien-Fluchs vertrieben. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft steht zum Ende des Länderspieljahres 2016 glänzend da. Die WM-Qualifikation wird ein Selbstläufer werden. In vier Spielen gab es noch kein Gegentor. Und Joachim Löw hat eine Auswahl an erstklassigen Fußballern wie selten zuvor. Zu Weltstars wie Toni Kroos, Thomas Müller, Mesut Özil oder Manuel Neuer gesellen sich hochtalentierte Kicker wie Serge Gnabry, Benjamin Henrichs, Leon Goretzka oder Niklas Süle. Die Julians Weigl und Brandt sind schon in der Champions-League gestählt. Zudem kommt Mario Götze wieder in Form und Ilkay Gündogan ist wieder da. Da müssen sich sogar die Weltmeister Julian Draxler oder André Schürrle sputen, um überhaupt einen Platz im Kader zu ergattern. Russland 2018 kann kommen.

Doch trotz dieser glänzenden Perspektive: Das Jahr 2016 verdient im Abschlusszeugnis keine Eins. Denn irgendwie war es auch ein verschenktes Jahr. Nie zuvor hat eine Fußballnation einen großen Titel so leichtfertig verspielt wie Deutschland. Die Löw-Elf hatte bei der EM in Frankreich das größte Potenzial, war aber am Ende selbst ihr größter Gegner. Es fehlte nicht die Klasse, es fehlte der letzte Kick. Die Portugiesen wissen heute noch nicht, wie und warum sie Europameister geworden sind.
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