Kongress in Wien: Franzose als Präsident bestätigt, Deutscher bei der Fifa
Platini und Niersbach siegen

Wolfgang Niersbach (links) und Michel Platini gratulieren sich gegenseitig. Niersbach wurde von den Uefa-Vertretern ins Fifa-Exekutivkomitee gewählt, der Franzose bleibt Uefa-Boss. Bild: dpa
DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hob nach seinem Einzug in das Fifa-Exekutivkomitee erfreut den Daumen, Uefa-Boss Michel Platini war nach seiner Bestätigung im Amt kurz gerührt. Die Wahlen waren beim Uefa-Kongress in Wien aber nur protokollarischer Höhepunkt für Europas wichtigste Fußball-Funktionäre. Zwei Monate vor der Abstimmung zum Fifa-Präsidenten überlagerte der Machtkampf auch die Sitzung am Dienstag in der Wiener Messe. Erst in seiner Dankesrede nach der Wahl per Akklamation richtete Platini seine unterschwellig pikante Botschaft an die Delegierten der Uefa und an die Chefs der anderen Fifa-Konföderationen.

Blatter-Abschied das Ziel

"Einige versuchen vielleicht, uns gegeneinander auszuspielen, uns zu spalten, um besser zu herrschen", sagte der Franzose. Aber: "Die Fifa liegt Fußballeuropa sehr am Herzen. Und gerade weil sie uns so am Herzen liegt und wir sie respektieren, möchten wir, dass sie perfekt ist. Wir stellen nur an jene Menschen und Institutionen hohe Anforderungen, die uns etwas bedeuten." Obwohl der Name Joseph Blatter nicht fiel, zielten die Worte doch klar in die Richtung des Schweizers, dessen Abschied die Uefa inklusive Platini herbeisehnt.

Niersbach wurde wie Platini per Akklamation in sein neues Amt gewählt. Offiziell tritt er dieses als Nachfolger seines in Funktionärsrente gehenden Erzfeindes Theo Zwanziger erst am 29. Mai beim Fifa-Kongress in Zürich an. Das Signal zum Wechsel ging aber von der Uefa-Veranstaltung in Wien aus - mit dem nächsten Schritt in Niersbachs wundersamer Karriere als Sportpolitiker. Gemeinsam mit dem Engländer David Gill bildet Niersbach bei kritischen Themen nun eine mögliche interne Opposition in dem Fifa-Gremium. Allerdings ist der DFB-Chef auch für seinen Pragmatismus bekannt. Blatter für alles zu verteufeln, ist nicht seine Art - bei aller Freundschaft zu Platini, den er nach dessen Wahl herzlich umarmte.
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