Konkurrenzkampf in Vilseck

Bild: Stephan Huber

Rafinha hat zwei große Talente. Das eine machte ihn zum Fußballprofi. Das andere stellte er bei der Feier nach dem Champions-League-Triumph 2013 unter Beweis, als er Louis Armstrong imitierte. Auf beiden Gebieten hat der Brasilianer nun allerdings harte Konkurrenz bekommen.

Wer Rafinha zum ersten Mal singen hört, wird sich sicherlich wundern. Denn eine solch tiefe Stimme traut man dem 1,72 Meter großen Außenverteidiger auf den ersten Blick nicht zu. Und schon gar nicht, dass er Louis Armstrong so unglaublich ähnlich klingt. Das stellte er unter anderem nach dem Champions-League-Sieg unter Beweis.

Musikalische Niederlage

Da war es fast schon klar, dass die Mitglieder des Vilsecker Fanclubs "Die Kaisertreuen 95" Rafinha bei seinem Besuch singen hören wollten. Aber einer mimte an diesem Samstagnachmittag Louis Armstrong noch besser. Franz Gericke aus Schnaittenbach, der bei der Ehenbachtaler Trachtenkapelle spielt. So gebührte der Applaus letztlich dem 49-Jährigen Oberpfälzer statt dem kleinen eigentlichen Stargast des Nachmittags.

Bilder: Stephan Huber und Christopher Dotzler

Diese musikalische Niederlage wird Rafinha sicherlich verkraften. Einen ernstzunehmenden Konkurrenten hat er aber auch im Verein bekommen. Einen, den die wenigsten auf dem Zettel hatten: Mitchell Weiser. Der überzeugte in der Vorbereitung auf die Rückrunde mit Leistung und Toren. Matthias Sammer sagte über das Talent: "Bei ihm hat es Klick gemacht." Weiser scheint für Pep Guardiola eine echte Alternative auf der rechten Außenbahn zu sein. Auch Rafinha lobt seinen Konkurrenten: "Er hat ein gutes Trainingslager absolviert und hat Qualität." Außerdem attestierte der Brasilianer Weiser eine gute Fitness.

"Ich war immer bereit"

Trotzdem will sich Rafinha durchsetzen und weiterhin möglichst viele Einsatzzeiten bekommen. Er weiß: "Außer Manuel Neuer gibt es bei uns keine Stammspieler." Obwohl der 29-Jährige für viele nur als Reservist unter Pep Guardiola galt, bekam er regelmäßig seine Einsätze. Das liegt sicherlich daran, dass Philipp Lahm unter dem Spanier lange im defensiven Mittelfeld spielte und aktuell verletzt ist. Die Qualität des Bayern-Kapitäns erkennt Rafinha neidlos an: "Er ist der beste Außenverteidiger der Welt." Der Brasilianer sagt aber auch selbstbewusst: "Wer mich kennt, weiß, wie ich spiele und dass ich meine Leistung bringe." Er sei überzeugt, dass jeder, der gut arbeite, auch seine Chance bekommt. Und er betont: "Ich war immer bereit."

Die Fragen bei der Talkrunde beantwortete Rafinha überwiegend sportlich-diplomatisch. Über die Kritik an der Saudi-Arabien-Reise als Abschluss des Trainingslagers wollte sich der 29-Jährige nicht äußern: "Das ist nicht meine Aufgabe." Ob denn die Meisterschaft schon im April entschieden sei oder doch erst im Mai? "Egal, wichtig ist nur die Schale." Ein Fan erkundigte sich euphorisch danach, wie viel Tore die Bayern diese Saison schießen. 100? Oder gar 110? Der Brasilianer verweist da lieber auf die Herren Robben und Lewandowski, die wohl eher solche Fragen beantworten könnten.
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