Krawall-Bürste träumt vom Finale

Man schätzt sich trotz der großen Rivalität: Münchens Trainer Pep Guardiola (links) und Dortmunds Coach gehen immer fair miteinander um.

Zum 23. Mal tritt Jürgen Klopp als BVB-Coach gegen die Bayern an. Es wird am Dienstag beim letzten Mal noch einmal hoch hergehen. Für Dortmund geht es im Pokal-Halbfinale um die letzte Titelchance, für die FCB- Jubiläumsmeister auch um ein gutes Barça-Gefühl.

Was für ein gewaltiger Schlusspunkt: Ein letztes Mal noch möchte Jürgen Klopp den großen Rivalen FC Bayern mit Borussia Dortmund nach Herzenslust ärgern - und das nur zwei Tage nach der Münchner Jubiläums-Meisterschaft. Die ausverkaufte Arena wird am Dienstag (20.30 Uhr/ARD) brodeln.

"Noch unter Spannung"

"Ich glaube nicht, dass die Anspannung früher anders war. Mehr als hundert Prozent geht nicht", sagte Klopp, der mit aller Macht in sein auch ganz persönliches Endspiel in Berlin möchte. Auf "Krawall gebürstet" sei er, sagte er. Ein deutscher Ausdruck, den sein Gegenspieler Pep Guardiola zwar nicht kannte, aber der dem Spanier am Montag niemand extra erklären musste. "Aggressivität ist eine Charakteristik von Jürgen-Klopp-Mannschaften. Ich brauche nicht diese seine Worte, um das zu wissen", antwortete Guardiola lässig. Der Katalane schätzt Klopp als "super Typ". Die Spiele gegeneinander habe er stets als "große Ehre" empfunden. Aber schenken wird er Klopp trotzdem nichts. Nach seinem schon fünften Titelgewinn mit dem FC Bayern am Wochenende will Guardiola mehr. "Wir sind noch unter Spannung", versicherte er. Der 25. Meistertitel wurde nicht groß begossen, den könne man auch später noch gebührend feiern: "Jetzt haben wir ein Finale gegen den BVB, darauf fokussieren wir uns."

Es geht um extrem viel. Um den möglichen triumphalen Abschied für Klopp nach sieben Jahren in Dortmund, um die letzte Titelchance des BVB in einer verkorksten Saison, um die Eintrittskarte der Borussia in die Europa-League. Aber nicht nur Klopp und seine Spieler befinden sich im "Kampfmodus", wie Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer sagte. Auch die Münchner gieren nach zwei Endspiel-Reisen nach Berlin und nach weiteren glänzenden Trophäen, dem DFB-Pokal und zur Krönung von allem, dem Champions-League-Pott. "Das Spiel gegen Dortmund kann uns auch helfen für das Halbfinale gegen Barcelona", sagte Guardiola zur herausragenden Bedeutung des Vorspiels im DFB-Pokal. Es bleibt kein Raum für Sentimentalitäten. Und "Endzeitstimmung" verspürt Klopp schon gar nicht, vielmehr fühlt er Aufbruchstimmung auf der Zielgeraden mit der Borussia. Diese soll am 30. Mai in Berlin enden. Die Herkulesaufgabe gegen die favorisierten Münchner geht er nach neun Siegen in seinen bisherigen 22 Pflichtspielen mit dem BVB gegen die Münchner offensiv an. "Wer den Pokal gewinnen will, muss die Bayern schlagen. Egal, ob im Finale oder im Halbfinale", sagte Klopp vor der Reise nach München.

Großer Aufstellungspoker

Luftlinie 477 Kilometer entfernt eröffnete Guardiola am Montag den großen Aufstellungspoker. Im Mittelpunkt: Arjen Robben. Nur fünf Wochen nach seinem Bauchmuskelriss könnte der BVB-Schreck ein Blitz-Comeback feiern. "Arjen ist kein Joker. Wenn er fit ist, wird er spielen", sagte Guardiola.

Die zweite Frage lautet: Wohin mit Bastian Schweinsteiger? "Wenn er ein bisschen fit war, hat er immer gespielt", bemerkte Guardiola vielsagend über den Schützen des Meistertores gegen Hertha. Im Mittelfeld würde ein Platz neben Xabi Alonso und Thiago frei, wenn Philipp Lahm hinten rechts aushilft.
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