Kribbeln beim Meister

Vieirinha (rechts) vom VfL Wolfsburg und Douglas Costa vom FC Bayern München, hier im Zweikampf beim Supercup, treffen heute in München beim Spitzenspiel der Bundesliga erneut aufeinander. Bild: dpa

Sturm-Diva Dost beschäftigt den VfL Wolfsburg vor dem Liga-Gipfel. Beim FC Bayern gibt's dagegen reichlich Streicheleinheiten. Rachegelüste hegen die Münchner trotz zweier ärgerlicher Niederlagen keine. Denn zur Wiesn ist der VfL eh ein gern gesehener Gast.

Der Vizemeister muss sich mit einer Egoismus-Debatte rumärgern, der Champion verteilt Streicheleinheiten - und zur Wiesn ist der VfL Wolfsburg ohnehin ein gerne gesehener Gast beim FC Bayern. Die Münchner fiebern dem Topspiel entgegen, können den Kontrahenten um Sturm-Diva Bas Dost dabei auf sieben Punkte distanzieren. "Der deutsche Meister gegen den Vizemeister und Pokalsieger - und das auch noch am Abend unter Flutlicht. Mehr Kribbeln geht kaum, solche Fußball-Feiertage sind die Höhepunkte einer jeden Bundesliga-Saison", schwärmte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Zwei Wiesn-Knaller

Die Liga-Dominatoren der vergangenen zwei Jahre müssen sich in der Anfangsphase der Saison gleich mit zwei hartnäckigen Kontrahenten rumplagen: Wolfsburg (11 Punkte) und Dortmund, das wie der FC Bayern 15 Zähler auf dem Konto hat. "Das ist gut für die Bundesliga. Die Leute wollten Konkurrenten für Bayern München - das haben wir in diesem Jahr. Glückwunsch." Wolfsburg sei eine "Top-Mannschaft", lobte Bayern-Coach Pep Guardiola.

Und die Konkurrenz ist keck. "Wir fahren da nicht hin, um Unentschieden zu spielen", erklärte Dost, der für reichlich Zündstoff beim VfL sorgt, vor der Partie am Dienstag (20.00 Uhr). Die Reibereien mit dem zickigen Torjäger Dost, zweifacher Torschütze beim 2:0 gegen Hertha BSC, hätten sich die Niedersachsen gerne erspart. "Das ist ausgesprochen, ausgestanden und da wird auch nichts hängen bleiben", meinte Wolfsburgs Coach Dieter Hecking nach seiner Attacke gegen Dost.

Gereizte Stimmung in Wolfsburg also. Dagegen konnten die Bayern-Verantwortlichen mit der kräftigen Rotation beim 3:0 in Darmstadt etwas für das Betriebsklima tun. Startelfdebütant Kingsley Coman traf gleich. Sebastian Rode, Joshua Kimmich & Co. nutzten ihre Chancen, wurden von Guardiola und Sportvorstand Matthias Sammer reichlich gelobt.

Doch im Liga-Gipfel dürften zuletzt lange oder ganz geschonte Kräfte wie Philipp Lahm, Xabi Alonso, Thiago und Thomas Müller wieder das Kommando übernehmen. "Alle sind fit", sagte Guardiola mit Blick auf die jüngst angeschlagenen Spieler. Langzeitverletzte wie Arjen Robben oder Franck Ribéry fehlen dagegen natürlich weiter. Der nach Blessur genesene Robert Lewandowski hat laut Guardiola "gut trainiert".

Zum Rückrunden-Auftakt der vergangenen Saison düpierten die Wolfsburger den FC Bayern mit 4:1, beim Supercup gewannen die Niedersachsen im Elfmeterschießen. "Vergessen", sagte Guardiola. Von einer nahenden Revanche will er deshalb nicht reden.

Am Dienstag steht der erste von zwei Bundesliga-Knallern zu Hause während des Oktoberfestes an - am 4. Oktober kommt dann Dortmund. Seit 2010, als unter Trainer Louis van Gaal gar der traditionelle Wiesn-Besuch abgesagt wurde, gab es keinen richtigen Wiesn-Kater mehr. Oktoberfestspiele gegen Wolfsburg lassen in den Bierzelten die Feierlaune ohnehin steigen: Dreimal liefen die Niedersachsen in den letzten zehn Jahren während der Wiesn in München auf, dreimal verloren sie zu Null.
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