Kritisch, aber stabil

Die Eltern von Jules Bianchi, Philippe (rechts) und Christine (links), sind mittlerweile in Japan. Bild: dpa

Die Formel 1 muss aus dem schweren Bianchi-Unfall schnell ihre Lehren ziehen. Fia-Chef Todt ordnete eine interne Untersuchung an. Die Familie des verunglückten Piloten teilte mit, dass ihr Sohn ein Schädelhirntrauma erlitten habe.

Der schwer verunglückte Formel-1-Pilot Jules Bianchi schwebt weiterhin in großer Gefahr. "Er hat ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten und ist in einem kritischen, aber stabilen Zustand", teilte seine Familie am Dienstag mit. "Jules bleibt auf der Intensivstation des Mie General Medical Center in Yokkaichi." Die Angehörigen des 25 Jahre alten Franzosen bedankten sich für die weltweite Anteilnahme und Unterstützung für ihren Sohn. Dies sei "eine Quelle großen Trostes" gewesen.

"Sehr schwierige Zeit"

Weiter hieß es in der vom Marussia-Team verschickten Presseerklärung: "Dies ist eine sehr schwierige Zeit für unsere Familie." Bianchi hatte sich bei dem Horrorcrash am Sonntag in Suzuka schwere Schädelverletzungen zugezogen.

Fia-Präsident Jean Todt hat indes eine umgehende Untersuchung angeordnet. Formel-1-Rennleiter Charlie Whiting soll demnach einen Bericht über den Hergang des folgenschweren Zusammenstoßes mit einem Bergungskran beim Großen Preis von Japan anfertigen. Das berichtete die britische Zeitung "The Telegraph" am Dienstag.

Bernie Ecclestone sind interne Untersuchungen des Internationalen Automobilverbands Fia nicht genug: Der Geschäftsführer der Motorsport-Königsklasse, der am Wochenende nicht selbst vor Ort war, forderte externe Ermittler. In der Zeitung "The Times" betonte Ecclestone, dass man in den vergangenen Jahren so viel für die Sicherheit getan habe. Vor allem nach dem grausamen Wochenende 1994, als Ayrton Senna und Roland Ratzenberger beim Großen Preis von San Marino in Imola ums Leben gekommen waren, hatte die Formel 1 die Anforderungen drastisch erhöht.

"Ich habe immer gesagt, wenn ich mal einen Unfall haben will, soll es in einem Formel-1-Auto passieren, weil sie die sichersten in der Welt sind", meinte Ecclestone. Bianchi wurde aber letztlich kein unmittelbares Sicherheitsproblem aktueller Formel-1-Autos zum Verhängnis, sondern ein Bergungskran.

Grüne oder Gelbe Flagge?

Der 25-jährige Franzose war am Sonntag in Suzuka im Regen von der Strecke abgekommen und mit hoher Geschwindigkeit unter das Heck des Krans gerast. Videos, die im Internet vor ihrer Sperrung mit dem Verweis auf Rechte des Formula One Managements kursierten, zeigen zudem, dass sich mindestens auch noch zwei Streckenposten in höchster Gefahr befanden. Zudem entfachte sich eine Diskussion über die Grüne Flagge, die geschwenkt wurde und freie Fahrt signalisiert hatte. Die Fia hatte von einer doppelten Gelbphase gesprochen, nachdem vor Bianchi der deutsche Sauber-Pilot Adrian Sutil an derselben Stelle in Kurve 7 von der Strecke abgekommen war. Die Grüne Flagge dürfte allerdings als Entwarnung für die Strecke nach dem Sutil-Unfall gegolten haben.

Bianchi erlitt bei dem Unfall gegen Ende des Rennens schwere Kopfverletzungen. Er befinde sich nach einer Operation direkt nach dem Unfall am Sonntagabend im Mie General-Krankenhaus in einem kritischen, aber stabilen Zustand, hieß es aus Yokkaichi. Am Dienstag traf dort auch Gérard Saillant, Arzt und guter Freund von Rekordweltmeister Michael Schumacher, ein. Saillant ist Präsident des Gehirn- und Rückenmarks-Instituts in Paris.
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