Kuriose Spielabsage in Bayernliga Süd landet beim Sportgericht
Fußball hat bisweilen einen Haken

Bad Aibling. (dme) Es gibt im Fußball nichts, was es nicht gibt. Und so manches Ding hat einen Haken oder - wie in diesem Fall - eben nicht. Mehrere fehlende Befestigungshaken für ein transportables Tor sind der Grund dafür, dass die Bayernliga-Partie zwischen der SpVgg Unterhaching II und der DJK Vilzing am vergangenen Sonntag im Jahn-Stadion in Bad Aibling nicht angepfiffen werden konnte. Zudem wurde die Markierung der Spielfläche moniert.

Somit musste der Gegner samt Fan-Anhang unverrichteter Dinge wieder die Heimreise antreten. Wie es nun weitergeht, ist völlig offen. Das Sportgericht Bayern hat jedenfalls bei der SpVgg Unterhaching eine Stellungnahme angefordert. In Unterhaching selbst stößt die Absage auf Unverständnis, denn die Spielstätte in Bad Aibling ist vor der Saison vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV) abgenommen worden.

Schiedsrichter Jürgen Steckermeier aus Altfraunhofen jedenfalls hatte die Partie nicht angepfiffen. Er hatte den Platzaufbau bemängelt. Insbesondere, dass die rollbaren Tore nicht befestigt waren. "Wir haben reagiert und haben fünf Haken besorgt. Aber das hat nicht gereicht, es hätten sechs Haken sein sollen", berichtet Unterhachings Manager Claus Schromm. Zudem sei auch die Markierung nicht so gewesen, wie es hätte sein sollen: "Die Linien hätte nachgezogen werden sollen, was aber nicht möglich war", so Schromm weiter. Denn das Jahn-Stadion in Bad Aibling ist städtisch und am Wochenende war niemand erreichbar.

Mit am Spielort war auch Ex-Bundesliga-Schiedsrichterassistent Josef Maier aus Aschheim. "Die Spielfläche war nicht so hergerichtet, dass man da ein Fußballspiel ordnungsgemäß austragen kann. Erst fünf Minuten vor Spielbeginn wurde eine Lösung präsentiert, die unzureichend war und daher wurde die Begegnung richtigerweise nicht angepfiffen", erklärte das Mitglied im BFV-Schiedsrichter-Ausschuss. Zwölf Haken seien vom Schiedsrichter gefordert gewesen, fünf waren es am Ende, die beigebracht wurden. "Das waren Haken für ein Zelt, aber nicht um ein Tor zu befestigen. Daher war diese Lösung nicht tragbar." Auf den Toren seien rote Warnaufkleber mit dem Schriftzug "Vorsicht Kippgefahr" angebracht gewesen. "Da besteht Gefahr für die Gesundheit der Spieler", so Maier weiter, der zur Markierung sagt: "Die Linien waren dünn und krumm. Der Aufforderung diese nach zu streuen, ist der Heimverein nicht nachgekommen."

Bis zum 15. November haben die Hachinger Zeit, um eine Stellungnahme beim Sportgericht abzugeben. Ob es zu einer Bestrafung der Hachinger mit Wertung für den Gast DJK Vilzing kommt oder ob die Partie neu angesetzt wird, ist völlig offen. "Dieser Fall ist für uns Neuland", ließ BFV-Sportverichtsvorsitzender Heinz Ferber aus Nürnberg wissen.
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