Lebenslange Sperre

Jack Warner ist sicher das Lachen vergangen. Die Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes hat den ehemaligen Fifa-Vizepräsidenten im Zuge des Korruptionsskandals lebenslang gesperrt. Bild: dpa

Ist es der Anfang von weiteren Suspendierungen viel prominenterer Fifa-Funktionäre? Der frühere Vize-Präsident Jack Warner ist von der Ethikkommission lebenslang gesperrt worden. Die Begründung liest sich wie eine Aneinanderreihung krimineller Vergehen.

Der schwer belastete frühere Fifa-Vize-Chef Jack Warner ist lebenslang suspendiert, doch was wird aus dem heftig angeschlagenen Präsidenten Joseph Blatter und dessen ins Zwielicht geratenen Nachfolge-Kandidaten Michel Platini? Die Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes verhängte am Dienstag im Zuge des Bestechungsskandals um die WM-Vergaben 2018 an Russland und 2022 an Katar eine lebenslange Sperre gegen den ehemaligen Präsidenten der Karibischen Fußball-Union CONCACAF. Ob aber Warner nur ein erstes Bauernopfer ist und zeitnah auch eine juristische Entscheidung über die brisanten Personalien Blatter und Platini fällt, ist offen.

Zwischen dem Beginn der Ermittlungen gegen Warner im Januar und dem Urteil nun im September verging mehr als ein halbes Jahr. Auch wenn der Druck der Öffentlichkeit gewaltig ist, scheint eine schnelle Entscheidung über das berufliche Schicksal des 79 Jahre alten Schweizers und seines fast 20 Jahre jüngeren früheren Intimus nicht wahrscheinlich. Nach Medienberichten prüft die Bundesanwaltschaft der Schweiz zwar ein Strafverfahren auch gegen Platini.

Doch für Blatter war selbst dieser Schritt der Behörden bislang kein Grund für einen Rücktritt. Bis zu dem bislang für den 26. Februar geplanten Fifa-Kongress mit Neuwahlen will er im Amt bleiben. Und über die Dauer der Ermittlungen der Ethikkommission gegen die beiden wichtigsten Funktionäre im Weltfußball lässt sich nur spekulieren.

Gegen Blatter läuft derzeit ein Strafverfahren "wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung" und Veruntreuung. Der langjährige Fifa-Chef soll im Februar 2011 eine "treuwidrige Zahlung" an Uefa-Präsident Michel Platini geleistet haben. Dabei sei es um geleistete Dienste zwischen Januar 1999 und Juni 2002 gegangen.

Nach Information der "Welt" soll Platini insgesamt deutlich mehr als die bisher bekannten zwei Millionen Franken erhalten haben. Der Präsident der Europäischen Fußball-Union war am Freitag von den Schweizer Behörden als sogenannte Auskunftsperson vernommen worden.

Der Franzose beteuerte auch am Montag nochmals seine Unschuld. Bis zu dem eingeleiteten Strafverfahren gegen Blatter galt Platini als Topfavorit auf die Nachfolge auf dem Fifa-Thron. Sollte auch Platini zum Beschuldigten werden, wäre seine Bewerbung hinfällig.
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