Leichtathletik
Bolt bastelt an seiner Legende

Noch schnell ein Selfie, dann kann's losgehen: Usain Bolt will den am Freitag beginnenden Wettbewerben in der Leichtathletik seinen Stempel aufdrücken. Bild: dpa

Startschuss zur Leichtathletik! An diesem Freitag geht es bei Olympia in der schlagzeilenträchtigen Sportart los. Das deutsche Team setzt auf die bewährten Werfer wie Robert Harting und Christina Schwanitz - und Talente wie Dreispringer Max Hess.

Rio de Janeiro. Lichtgestalt Usain Bolt will zur Legende werden und soll die Leichtathletik mit seiner Ein-Mann-Show aus dem Schattenreich holen. In der tiefsten Krise der olympischen Kernsportart beginnen an diesem Freitag die Wettkämpfe in Rio de Janeiro. Der jamaikanische Supersprinter feiert am Schlusstag der Spiele seinen 30. Geburtstag und will dann sein drittes Gold-Triple nach 2008 und 2012 feiern. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) möchte seinen Aufwärtstrend fortsetzen und hofft mit seinen 89 Sportlern auf eine ähnliche Ausbeute wie vor vier Jahren in London.

Nach Doping-Skandalen und der Affäre um den Weltverband IAAF ist die Leichtathletik beschädigt wie nie zuvor. Erstmals seit dem Olympia-Boykott 1984 in Los Angeles fehlen die russischen Athleten - bis auf Weitspringerin Darja Klischina. Sie studiert in Florida und fiel deshalb nicht unter den Bann der IAAF.

Doping-Whistleblowerin Julia Stepanowa muss außen vor bleiben - sehr zum Unwillen zahlreicher Athleten. Die mittlerweile in den USA lebende 800-Meter-Läuferin hatte die Enthüllungen über das systematische Doping in Russland, wie später die Internationale Anti-Doping-Agentur Wada urteilte, ins Rollen gebracht. Zuletzt war auch erneut Kenias Leichtathletik mit seinen seit Jahrzehnten herausragenden Lauf-Assen wieder einmal ins Zwielicht geraten.

Bolt strebt erneut Gold über 100, 200 und 4 x 100 Meter an. Seine Show beginnt am Samstag mit den Vorläufen über 100 Meter, das Finale folgt am Sonntag 3.25 Uhr MESZ. Seine Rolle spielt der elfmalige Weltmeister gern und gut: Bolt möchte bei seinen letzten Spielen den Fans nicht nur das Triple und einen 200-Meter-Weltrekord (bisher 19,19 Sekunden) bieten. "Ich will für die Leichtathletik das sein, was Muhammad Ali fürs Boxen ist. Wenn ich mal aufhöre, will ich etwas Einmaliges hinterlassen, und die Menschen sollen mit Ehrfurcht von mir sprechen."

Vor vier Jahren hatte Diskus-Riese Robert Harting als Olympiasieger öffentlichkeitswirksam sein Hemd zerrissen, zudem gab es viermal Silber und dreimal Bronze für das deutsche Team. Der dreimalige Weltmeister tritt zusammen mit seinem Bruder Christoph an, bei den Frauen steht zudem seine Freundin Julia Fischer im Ring. "Also eine Medaille klappt auf jeden Fall!", verspricht er. Überhaupt ruhen die Hoffnungen wieder einmal auf den Werfern wie die Kugelstoß-Asse Christina Schwanitz und David Storl und die Speerspitzen Thomas Röhler, Christina Obergföll, Linda Stahl und Christin Hussong.

Auch Top-Talente wie Gesa Krause (24), die WM-Dritte über 3000 Meter Hindernis, Dreisprung-Europameister Max Hess (20) und Höhenjägerin Marie-Laurence Jungfleisch (25) machen dem DLV Hoffnung auf den einen oder anderen Coup bei insgesamt 47 Entscheidungen.

Ich will für die Leichtathletik das sein, was Muhammad Ali fürs Boxen ist.Usain Bolt
Weitere Beiträge zu den Themen: Olympische Spiele (236)Rio2016 (207)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.