Leichtathletik
Bolt meldet sich zurück

Usain Bolt (Mitte) hat auf dem letzten Drücker die Olympia-Qualifikation geschafft. Der Sprint-Superstar siegte beim Diamond-League-Meeting in London über 200 Meter in 19,89 Sekunden. Bild: dpa

Die olympischen Leichtathletik-Wettkämpfe werden wieder zur großen Bühne von Usain Bolt: Der Jamaikaner hat seine Oberschenkelzerrung auskuriert und hofft auf sein drittes Gold-Triple.

London. Superstar Usain Bolt kann nach der bestandenen Olympia-Generalprobe von London beruhigt nach Brasilien fliegen. "Nun geht's ab nach Rio, meine Titel verteidigen", sagte der jamaikanische Sprinter und twitterte: "Glücklich, das Rennen verletzungsfrei beendet zu haben." Dass den 29-Jährigen bei den Sommerspielen knallharte Konkurrenz erwartet, weiß er ebenso gut wie David Storl. Der Kugelstoß-Europameister aus Leipzig kam beim Diamond-League-Meeting am Samstag trotz Saisonbestweite nur auf Rang drei. Im Olympiastadion von 2012 hatte am Freitagabend Kendra Harrison den Uralt-Weltrekord über 100 Meter Hürden geknackt. Nach Rio de Janeiro darf die Amerikanerin dennoch nicht.

Der zweifache Weltmeister Storl steigerte sich drei Wochen vor Beginn der olympischen Leichtathletik-Wettkämpfe auf 21,39 Meter. Dabei übertraf der 25-Jährige die 21,31 Meter, mit denen er in Amsterdam Europameister geworden war. Freiluft-Weltmeister Joe Kovacs aus den USA setzte sich mit starken 22,04 Metern vor Hallen-Weltmeister Tom Welsh aus Neuseeland (21,54) durch.

Bolt ließ bei seinem Comeback wenig Zweifel daran, dass er sein drittes olympisches Gold-Triple landen will. "Ich bin noch nicht voll in Form. Ich muss noch mehr arbeiten, aber mit der Zeit wird es gut werden", sagte Bolt nach seinen 19,89 Sekunden. Mit diesem Ergebnis in seinem ersten Saison-Rennen über 200 Meter lieferte er den vom Verband geforderten Leistungsnachweis und steht nun auf Rang fünf der Weltbestenliste. Diese führt LaShawn Merritt (19,74 Sekunden) vor Bolts Dauerrivale Justin Gatlin (19,75/beide USA) an. Viel wichtiger für Bolt war die Erkenntnis, dass der Oberschenkel hält. Eine Zerrung hatte ihn Anfang des Monats dazu gezwungen, bei den Landesmeisterschaften in Kingston auszusteigen.

Ganz schön müde


Auf die große Show verzichtete der Weltrekordler diesmal. Seine berühmte Bogenschützen-Pose hatte er bereits vor dem Start gezeigt. Aber es war mehr ein Ritual. Der Jamaikaner wirkte ernst bei seinem Comeback und war danach - nach eigener Aussage - ganz schön müde. "Ich spürte den Rost", erklärte er. "Die Umsetzung war nicht perfekt, aber es war mein erstes Rennen, da kann ich mich nicht beschweren."

Neben Bolt stand am ersten Tag des Sportfests Kendra Harrison im Mittelpunkt. Die Amerikanerin brach in 12,20 Sekunden den Uralt-Weltrekord über 100 Meter Hürden. Im letzten Renndrittel hatte die schmächtige 23-Jährige ein unfassbares Tempo vorgelegt. So fiel die Bestmarke der Bulgarin Jordanka Donkowa von 1988 (12,21). Im Gegensatz zu Bolt kann Harrison in Rio nicht glänzen. Als Sechste der US-Auscheidungen hatte sie die Olympia-Teilnahme verpasst.

Ich spürte den Rost.Usain Bolt
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