Leichtathletik-EM
Frauenpower in Amsterdam

Die Europameisterin nahmen sie gerne in die Mitte: Die Kroatin Sandra Perkovic gewann das Diskuswerfen. Silbermedaillengewinnerin Julia Fischer (links) und Bronzemedaillengewinnerin Shanice Craft freuen sich aber auch riesig.

Fröhlicher Freitag für die deutschen Leichtathleten in Amsterdam: Diskuswerferin Fischer und Hammer-Frau Heidler holen bei der EM Silber, Weitspringerin Mihambo und Diskus-Dame Craft Bronze. Zwischenbilanz für den DLV: Drei Wettkampftage - sieben Medaillen.

Amsterdam. Vier Powerfrauen haben dem deutschen Leichtathletik-Team bei der EM in Amsterdam einen glänzenden Freitag beschert. Hammerwerferin Betty Heidler und Diskus-Ass Julia Fischer fanden den richtigen Dreh im Ring und holten jeweils Silber. Auch Weitsprung-Talent Malaika Mihambo und Diskus-Dame Shanice Craft polierten die Medaillenbilanz der deutschen Asse mit Bronze weiter auf.

Die Zwischenbilanz des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) kann sich sehen lassen: Drei Wettkampftage - sieben Medaillen. Am Vortag hatte es Doppel-Gold durch Kugelstoßerin Christina Schwanitz und Hürdensprinterin Cindy Roleder, dazu Bronze über 200 Meter durch die erst 19 Jahre alte Gina Lückenkemper gegeben.

Hammer-Frau Heidler zauberte auf ihrer Abschiedstournee Edelmetall aus dem Ring. Bei ihrer letzten EM ließ die 32-Jährige im Olympiastadion noch einmal die Muskeln spielen: Mit 75,77 Metern musste sich die frühere Weltmeisterin und Weltrekordlerin von der LG Eintracht Frankfurt nur der Polin Anita Wlodarczyk (78,14 Meter) geschlagen geben. "Silber ist riesig!", sagte die Weltmeisterin von 2007, Europameisterin von 2010 und Olympia-Dritte von 2012. "Das war mein bester Wurf in diesem Jahr." Bronze erkämpfte Hanna Skydan aus Aserbaidschan mit 73,83 Metern.

Julia Fischer musste sich mit 65,77 Metern nur der erneut überragenden Kroatin Sandra Perkovic geschlagen geben, die mit 69,97 Metern ihr viertes EM-Gold in Serie gewann. "Ich bin so glücklich, dass es geklappt hat. Die Männer können sich ein Beispiel an uns nehmen", sagte die Freundin von Diskus-Olympiasieger Robert Harting. Shanice Craft holte sich wie vor zwei Jahren in Zürich Bronze ab. Mit 63,89 Metern verwies die Mannheimerin ihre Dauerrivalin Nadine Müller vom SV Halle (62,63) auf den vierten Rang. Mit Glück und Können landete Malaika Mihambo auf dem Bronze-Platz. Die 22-Jährige von der LG Kurpfalz sprang im Weitsprung-Finale 6,65 Meter weit. "Für mich war es sehr schwierig, der Wettkampf war sehr zäh", sagte die Studentin der Politikwissenschaften, die am Ende auch noch von einem Wadenkrampf geplagt war. "Deshalb bin ich einfach nur glücklich, dass ich es geschafft habe."

Deutschlands Top-Sprinter Julian Reus erlebte dagegen die nächste Enttäuschung. Der Wattenscheider schied im Halbfinale über 200 Meter als Sechster in 20,83 Sekunden aus.

Das war mein bester Wurf in diesem Jahr.Hammerwerferin Betty Heidler
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