Leichtathletik-EM
Goldener Tag

Wuchtig wuchtet Christina Schwanitz die Kugel hinaus - mit der größten Weite. Bild: dpa

Das war ein starker deutscher EM-Tag - mit einer großen Enttäuschung. Kugelstoßerin Schwanitz und Hürdensprinterin Roleder holen den Titel. Sprint-Küken Lückenkemper flitzt auf Platz drei. Speer-Favorit Röhler patzt dagegen.

Amsterdam. Die deutschen Leichtathleten haben am zweiten Tag der EM in Amsterdam groß aufgetrumpft und dreimal Edelmetall bejubelt. Frohnatur Christina Schwanitz erteilte der Konkurrenz am Donnerstag im Kugelstoßring erneut eine Lehrstunde und holte ihren zweiten EM-Titel nach 2014. Hürdensprinterin Cindy Roleder aus Leipzig flitzte in 12,62 Sekunden allen davon und auf Platz eins. Sprint-Talent Gina Lückenkemper rannte über 200 Meter couragiert zu Bronze.

Gleich im ersten Versuch sorgte Schwanitz mit 20,17 Metern für klare Verhältnisse. "Ich bin noch etwas geschockt von der Weite. Danach war die Luft ein wenig raus", berichtete sie. Die Ungarin Anita Márton lag als Zweite bereits 1,45 Meter zurück. Bronze sicherte sich die Türkin Emel Dereli mit 18,22 Metern. Die Leipzigerin Sara Gambetta belegte mit persönlicher Bestleistung von 17,95 Metern Rang sieben.

Auch die WM-Zweite und EM-Dritte von 2014, Cindy Roleder, war nach ihrem Gold-Lauf total happy. "Mein Start war nicht perfekt, aber ich hatte ein großartiges Finish", sagte die Polizeimeisterin nach ihrem größten Karriere-Erfolg. "Ich habe davon geträumt, dass die deutsche Nationalhymne einmal für mich alleine gespielt wird."

Schnell zu einer großen Nummer ist das deutsche Team-Küken Gina Lückenkemper geworden. Die 19-jährige Dortmunderin hat bei ihrer EM-Premiere auf Anhieb über 200 Meter in 22,74 Sekunden Bronze gewonnen. "Was bei mir in den vergangenen Monaten abgegangen ist, ist mega krass. Ich habe von einer Medaille geträumt. Dass es geklappt hat, ist super geil", sagte Lückenkemper. Es ist die erste Medaille über diese Distanz für Deutschland seit 1998, als Melanie Paschke Dritte wurde.

Für den Deutschen Leichtathletik-Verband gab es am zweiten EM-Tag aber Enttäuschungen. Der große Speerwurf-Favorit Thomas Röhler verpasste die ersehnte Medaille überraschend deutlich. Der 24-Jährige vom LC Jena musste sich mit 80,78 Metern und Platz fünf begnügen.

Eine andere Hoffnung erfüllte sich ebenfalls nicht. Deutschlands Top-Sprinter Julian Reus verpasste das 100-Meter-Finale um einen Wimpernschlag. Der Wattenscheider kam in seinem Semifinale in 10,22 Sekunden als Dritter zeitgleich mit dem Spanier Bruno Hortelano ins Ziel. Doch das Zielfoto entschied gegen den deutschen Rekordhalter.
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