Leichtathletik ist ihr Leben

Hannelore Ott kennt keine Rast und Ruhe, wenn es um die Leichtathletik geht. Die Eschenbacherin, die in Schwandorf aufgewachsen ist und dort erste sportliche Lorbeeren erntete, zählt seit über 40 Jahren zu den gefragtesten Fachkräften im Kreis über den Bezirk bis hin zur Landesebene.

Eschenbach. (dö) Viele Superlativen treffen auf sie zu: Powerfrau, Energiebündel und Vorbild. Obwohl Hannelore Ott als aktive Sportlerin große Titel verwehrt blieben, erlangte sie als Trainerin einen Ruf, der ihr höchste Anerkennung einbrachte. Selbst mit 76 Jahren steht sie wöchentlich noch über zehn Stunden bei Trainingseinheiten in der Sporthalle. Aber das ist ja noch längst nicht alles, was die Eschenbacherin bewegt. Sie war auch 18 Jahre als Stadträtin und 12 Jahre im Kreistag politisch aktiv.

Familiäre Atmosphäre

"Sport ist mein Leben. Ich muss immer Kinder um mich haben." Solche Worte zeigen auf, warum Ott unermüdlich für den Leichtathletiknachwuchs unterwegs ist. Dass bei allen sportlichen Anforderungen an Athleten und Trainer die menschliche Seite nicht zu kurz kommen darf, liegt für die Übungsleiterin auf der Hand. Ott steht mit dem Großteil ihrer früheren Schützlinge in Verbindung. Die familiäre Atmosphäre wirkt also nachhaltig.

1972 wurde die Abteilung Leichtathletik im SC Eschenbach gegründet, kurz nachdem Hannelore Ott als Lehrerin für Sport und Technisches Zeichnen an die Wirtschaftsschule Eschenbach gewechselt war. Einer ihrer größten Förderer war Waldemar Hupp, der damalige Rektor des Gymnasiums Eschenbach. Er erkannte schnell die Möglichkeit, Kinder und Jugendliche sportlich zu fördern. Ott nahm diese Option gerne wahr, wobei sie noch heute die SC-Abteilung führt. 2012 wurde das 40-jährige Jubiläum groß gefeiert. Fast alles, was an Leichtathletik in Eschenbach gewachsen ist, hat seinen Ursprung in der Aktivität einer einzigen Person.

Als "Glücksfall" bezeichnet sie die Errichtung der Schulsportanlage in den achtziger Jahren sowie den Ausbau der Sporthalle in eine Dreifachhalle. Der Bau des Sportplatzes plus Laufbahn war eine "Geburtshilfe" für überregionale Spitzenleistungen. SC-Athleten schafften mehrmals den Sprung bis zu deutschen Meisterschaften. Vorreiterin war Gabi Völkl, die vor gut 30 Jahren als deutsche Jugendmeisterin im Kugelstoßen glänzte. Ott entdeckte dabei ihre Liebe zum Wurf, der sie als Wurftrainerin noch heute treu ist. Obwohl die Trainerin eigentlich aus dem Laufen kam und die 800 Meter ihre Lieblingsstrecke waren. "Du musst Feuer in dir haben, sonst geht gar nichts", beschreibt sie ihre besondere Beziehung zur Leichtathletik. Aktuell sind Speerwerfer Paul Pöllmann (14) und Dreispringerin Veronika Wolf (15), beide aus Pressath, die Vorzeigeathleten beim SCE. Ihnen ist noch viel zuzutrauen.

Verlass auf Helferstab

Mit 20 Kindern begann Ott einst, zwischenzeitlich tummelten sich beim SCE an die 100 Nachwuchsleichtathleten. Derzeit gibt es zwei Trainingsgruppen. 33 Jungs und Mädels der Altersgruppe 5 bis 10 Jahre trainieren einmal wöchentlich, 26 der Altersgruppe 11 bis 17 drei Mal wöchentlich. Das Aufhören ist für die vitale 76-Jährige noch kein großes Thema "Diese Trainingsarbeit und der Umgang mit den Kindern ist mein Leben. Ich glaube die brauchen mich noch." Sie weiß zu gut, dass sie sich auf ihr Team verlassen kann, das sie aufgebaut hat und aus dem auch ihre Nachfolge kommen dürfte. Doch noch hält sie die Fäden routiniert in ihren Händen. Auch wenn sie sich auf ihren Helferstab mit den C-Schein-Inhabern Fabian Riedl, Max Grahl und Thomas Siegert sowie auf Tanja Ficker und Kerstin Meiler verlassen kann.

Trotz ihres Engagements für die Nachwuchs-Leichtathleten findet die Eschenbacherin noch Zeit für andere Tätigkeiten. Sie leitet Fortbildungsmaßnahmen beim Bayerischen Leichtathletikverband, ist geprüfte Gästeführerin und sportelt einmal wöchentlich mit einer Frauengruppe in Oberbibrach. Der familiäre Friede ist aus einem guten Grund nicht in Gefahr: Ehemann Karl Ott hat sich seit vielen Jahren als Kampfrichter-Obmann auf Kreisebene ebenfalls der Leichtathletik verschrieben.
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