Leichtathletik
Scherl bei den ersten 44 dabei

Anja Schneider hat sich mit super Leistungen in den vergangenen Monaten das Olympia-Ticket gesichert. Bei der Nominierung der ersten 44 Athleten für Rio taucht auch der Name der Ursensollenerin auf. Bild: Archiv

Die heiße Olympia-Phase ist eingeläutet. Der DOSB beruft zunächst 44 Athletinnen und Athleten aus sechs Sportarten in das Team. Dabei sind auch zwei Oberpfälzer. Bei der Nominierung geht es aber auch um die Dauerthemen Doping und Zika-Virus.

Frankfurt. Mit der Vergabe der ersten 44 Rio-Tickets hat der Deutsche Olympische Sportbund 66 Tage vor Beginn der Sommerspiele die heiße Olympia-Phase eingeläutet. Doch die Vorfreude der Athleten wird von der anhaltenden Doping-Diskussion getrübt. "Die Dopingkrise berührt den Sport in seinem Kern", stellte DOSB-Präsident Alfons Hörmann am Dienstag bei der ersten Nominierung in Frankfurt fest.

Kein Deutscher betroffen


Mit Stolz verwies Hörmann darauf, dass der DOSB bislang keine Post vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) aus Lausanne erhalten habe. Bei Nachtests der London-Spiele 2012 waren zuletzt 54 Sportler und Sportlerinnen des Dopings überführt worden. "Dass bis heute kein deutscher Athlet betroffen ist, zeigt, dass wir mit dem Thema sehr professionell umgehen", sagte Hörmann. Vor der Abreise nach Brasilien werde jeder Olympia-Teilnehmer noch einmal kontrolliert, kündigte der DOSB-Chef an.

Zu den in der ersten Runde für die Sommerspiele in Rio de Janeiro Nominierten gehören 23 Männer und 21 Frauen aus den Sportarten Badminton (7), Fechten (4), Bahnradsport (16), Segeln (10), Trampolinturnen (1) und Leichtathletik/Marathon (6). Angeführt wird die Liste von den London-Olympiasiegerinnen im Team-Sprint, Kristina Vogel und Miriam Welte. "Es ist immer ein absolutes Highlight, an Olympischen Spielen teilnehmen zu können. Ich hoffe, in Rio meine Ziele und Träume erreichen zu können", erklärte Vogel. Der vierfache Bahn-Weltmeister Maximilian Levy aus Cottbus kann noch auf eine Nachnominierung hoffen.

Mit dabei sind auch zwei Läufer aus der Oberpfalz. Beim Marathon starten die 30-jährige Anja Scherl aus Ursensollen und Philipp Pflieger (28) aus Regensburg. Scherl schaffte die Qualifikation beim Hamburg-Marathon mit einem dritten Platz (2:27:50 Stunden). In den weiteren Nominierungsrunden am 28. Juni und 12. Juli soll das deutsche Team auf insgesamt rund 450 Athleten anwachsen. "Das ist die größte Mannschaft seit Bestehen des DOSB", sagte Chef de Mission Michael Vesper.

Der DOSB erhofft sich bei den Sommerspielen vom 5. bis 21. August mindestens 44 Medaillen - so viele wie vor vier Jahren in London. Damals hatte es 11 Mal Gold, 19 Mal Silber und 14 Mal Bronze gegeben. Damit belegte Deutschland Rang sechs in der Nationenwertung. "Wir sind zuversichtlich, dass viele Athletinnen und Athleten genau im August ihre Top-Form erreichen und an ihre Bestleistungen herankommen", erklärte Leistungssport-Vorstand Dirk Schimmelpfennig.

Aufbruch am 24. Juli


Die erste deutsche Olympia-Reisegruppe bricht am 24. Juli nach Brasilien auf. Nach Ansicht von Vesper besteht dort für die Sportler, Trainer und Betreuer trotz des Zika-Virus keine erhöhte Gefahr. "Alle Athleten werden optimal aufgeklärt und medizinisch betreut. Ich bin zuversichtlich, dass wir das Risiko beherrschen können", sagte der DOSB-Vorstandschef.

Keine klare Empfehlung gibt der DOSB dagegen in der Frage ab, ob russische Sportler wegen des systematischen Dopings in den vergangenen Jahren von den Sommerspielen ausgeschlossen werden sollen. "Die Nachrichtenlage ist so, dass man da nicht zu einem abschließenden Urteil kommen kann", erklärte Hörmann.
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