Lewandowski gegen Barça fraglich

Javi Martínez beim Aufwärmen: Nach seiner etwa neunmonatigen Verletzungspause dürfte der Spanier am Samstag in Leverkusen in der Anfangsformation des FC Bayern stehen. Bild: dpa

Die Reservebank wird Pep Guardiola in Leverkusen mit Talenten auffüllen. Alles wird der Champions-League-Kraftprobe mit dem FC Barcelona untergeordnet. Der Bayern-Coach plant auch mit der Rückkehr eines lange Verletzten.

Abschenken wird der FC Bayern das Liga-Spiel in Leverkusen nicht. Aber natürlich wird Trainer Pep Guardiola schon am Samstag (18.30 Uhr) alles dem ersten Champions-League-Duell mit dem FC Barcelona unterordnen. "Die Bundesliga ist vorbei. Wir haben sie schon gewonnen. Unser Blick geht auf Mittwoch", sagte Guardiola am Freitag. Die Ausgangslage im Bundesliga-Topspiel ist denkbar konträr, wie der Katalane nach dem schon am letzten Spieltag eingefahrenen 25. Meistertitel bemerkte: "Leverkusen spielt um die Champions-League. Wir spielen um kein Ziel mehr. Wir haben es erreicht."

Große Rotation

Alles für Barça, lautet darum die Marschroute. "Wenn wir rotieren können, werden wir das machen", kündigte Guardiola an. Die 120 Minuten im verlorenen DFB-Pokal-Halbfinale gegen Borussia Dortmund mit dem kuriosen Fehlschussfestival im verlorenen Elfmeterschießen haben viel Kraft gekostet - und weitere verletzte Spieler dazu. Die Reservebank will Guardiola darum mit Spielern aus der Regionalliga-Reserve und sogar den A-Junioren auffüllen.

Auch Robert Lewandowski wird wegen seiner schweren Gesichtsverletzungen, die er gegen Dortmund erlitten hatte, fehlen. Ob der Pole trotz Kiefer- und Nasenbeinbruch sowie einer Gehirnerschütterung schon im Hinspiel gegen Barcelona wieder dabei sein kann, ist offen. "Wir werden Montag, Dienstag sehen, wie seine Verfassung ist", sagte Guardiola: "An den ersten Tagen sind die Verletzungen schmerzhaft." Der Arzt sei letztendlich der "Chef" bei der Frage, ob Lewandowski eingesetzt werden könne oder nicht. Eine Gesichtsmaske soll den Polen bei einem möglichen Einsatz schützen. Niemals, betonte Guardiola am Freitag angesichts der Verletzungsmisere, habe er in seiner Trainer-Karriere einen Spieler ohne grünes Licht des Arztes, der Physiotherapeuten und auch des Spielers eingesetzt. Auch Arjen Robben, der sich bei seinem Comeback gegen Dortmund direkt wieder an einer anderen Stelle des Körpers verletzte (Wade), sei "fit" gewesen.

Vor Barcelona aber wartet Leverkusen. "Wir müssen seriös spielen", sagte Guardiola, der sich möglichst keine Wettbewerbsverzerrung nachsagen lassen möchte. "Wir werden in Leverkusen sicher antreten und versuchen zu gewinnen", versicherte auch Thomas Müller, gab aber auch zu: "Die Wichtigkeit liegt jetzt auf der Champions-League." Ein großes Comeback deutete Guardiola ebenfalls an. Der Spanier Javi Martínez könnte fast neun Monate nach seinem Totalschaden im linken Knie in Leverkusen sein Saisondebüt feiern. Für Lewandowski könnte Claudio Pizarro nach langer Zeit mal wieder in der Startelf stehen. "Claudio ist der Beste im Strafraum bei uns", bemerkte Guardiola.
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