Löw vor Verlängerung

Das Bild sagt alles: Bundestrainer Joachim Löw ist bereit für eine Verlängerung seiner bereits neun Jahre andauernden Amtszeit. Bild: dpa

Bundestrainer Löw könnte bald einen Kontrakt bis 2018 unterschreiben, berichtet die "Bild". Es wäre für ihn die fünfte Vertragsverlängerung in bislang neun Jahren als DFB-Chefcoach. Gewissheit, dass er bei der WM 2018 in Russland auch auf der Bank sitzt, brächte dies aber nicht.

Joachim Löw hat in knapp neun Jahren als Bundestrainer noch nie vehement auf eine vorzeitige Vertragsverlängerung gedrängt - und sie mit einer Ausnahme doch immer bekommen. Nun zeichnet sich offenbar wieder ein neuer Kontrakt für den Weltmeister-Coach ab. Die "Bild"-Zeitung berichtete, dass die Verhandlungen zwischen Deutschem Fußball-Bund (DFB) und Löws Berater Harun Arslan "sehr weit vorangeschritten" sind. Noch im März könnte der 55-Jährige seinen bis zur EM 2016 in Frankreich datierten Kontrakt bis zum nächsten WM-Turnier 2018 in Russland ausdehnen. Der DFB gibt zu der Personalie keine konkrete Stellungnahme ab. "Dazu gibt es derzeit von uns nichts zu sagen", hieß es.

Keine Überraschung

Eine Verlängerung mit Löw in diesem Jahr wäre keine Überraschung. Es wäre die Fortsetzung einer nur in Krisenfällen ausgesetzten DFB-Tradition. Üblicherweise verlängerte Löw seinen Kontrakt nach geglückter Qualifikation im Herbst für das anstehende Turnier bis zum übernächsten Titelwettkampf. Der aktuelle Kontrakt endet entsprechend im kommenden Sommer. Diesen hatte Löw nach längerem Drängen von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach im Oktober 2013, also neun Monate vor dem WM-Triumph in Brasilien, unterschrieben.

Löws Denken funktioniert anders. Zumal er aus seiner nur mittelmäßig erfolgreichen Zeit als Vereinscoach in Stuttgart, Wien oder der Türkei weiß, dass Verträge schnell nichts mehr wert sein können. Auch vor der WM am Zuckerhut hatte er angemerkt, dass ein Vorrunden-Aus sein DFB-Engagement wohl beenden würde. Auch im Achtelfinale gegen Algerien (2:1 n.V.) stand Löws Zukunft noch auf der Kippe. An diesen Fußball-Mechanismen hat sich nichts geändert. Nicht einmal ein überbordender WM-Bonus würde ihm wohl viel nutzen, wenn die EM in Frankreich in großer Tristesse endet.

Noch zum Jahreswechsel hatte der Bundestrainer erklärt, dass er "im Zwei-Jahres-Zyklus" denke und sich "noch keine Gedanken" über eine Verlängerung gemacht habe. Warum auch. Sogar seinen neuen Kapitän Bastian Schweinsteiger ernannte er - gegen jede DFB-Gewohnheit - erstmal nur für 22 Monate zum Spielführer. Schon einmal verlängerte Löw im März für gleich mehr als drei Jahre im Voraus. 2011 überraschte der DFB mit einer Verlängerung bis zur WM 2014.
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