"Löwen" hoffen auf die Wende

Er hat als Sportchef Höhen und Tiefen erlebt, auch schon den Abstiegskampf: Oliver Kreuzer soll die Münchner "Löwen" zu neuen sportlichen Erfolgen und mehr Stabilität führen. Der frühere Bayern-Profi hofft auf das Ende von "Nebenkriegsschauplätzen".

Nach über einem Jahr Pause ist Oliver Kreuzer wieder im deutschen Profifußball zurück - und es erwartet ihn keine leichte Aufgabe. Der beim Hamburger SV zwischen Juni 2013 und Juli 2014 krisenerprobte Ex-Profi freut sich aber auf seinen Posten als Sportchef des schwächelnden Zweitligisten TSV 1860 München. "Das ist ein Verein mit großer Tradition und Potenzial, ein kleiner, schlafender Riese", beschrieb es der 282-malige Bundesligaspieler.

Kreuzer ließ sich auch von reichlich Turbulenzen bei den "Löwen" in diesem Jahr nicht abschrecken: "Man hat den Verein die letzten Wochen und Monate so wahrgenommen, dass viele Dinge durcheinanderliefen. Aber ich glaube an Vereins- und Geschäftsführung."

Wintereinkäufe nötig

Nach den Verpflichtungen von Trainer-Routinier Benno Möhlmann und des erfahrenen Managers Kreuzer soll am 15. November noch Peter Cassalette zum neuen Vereinspräsidenten gewählt werden. "Dann wäre es wünschenswert, wenn der Fokus wieder auf Fußball liegt und nicht auf anderen Nebenkriegsschauplätzen", betonte Kreuzer am Donnerstag bei seiner offiziellen Vorstellung in München. Ihm wurden auch mögliche Wintereinkäufe signalisiert. Anders als mancher seiner Vorgänger fabulierte der 49-Jährige bei seiner ersten Pressekonferenz nicht von der erträumten Rückkehr der "Löwen" in die Bundesliga. Vielmehr muss erst einmal diese schmerzhafte Saison des aktuellen Tabellenvorletzten gerettet werden.

"Mit Geschlossenheit innerhalb des Vereins, mit einem seriösen, akribischen Arbeiten, glaube ich schon, dass man den Turnaround schaffen kann", verkündete Kreuzer. "Letztendlich ist dies doch die spannende Aufgabe, diesen Verein wieder dahin zu führen, wo er hingehört. Und das ist Minimum ins Mittelfeld der 2. Liga." Dazu lockt der DFB-Pokal mit der Achtelfinal-Aufgabe gegen den VfL Bochum.

Dass der frühere Bayern-Profi als "Roter" bei den "Blauen" wirkt, ist für Kreuzer selbst kein Problem. "Diese Emotionalität kann ich bei manchen Leuten verstehen. Aber das ist im heutigen Fußball, der sich so globalisiert hat, kein Thema mehr", urteilte er. Gegen eine Parallele zu seiner HSV-Zeit hätte er mit den "Löwen", bei denen er eine "absolut zweitligataugliche Mannschaft" sieht, aber nichts einzuwenden. "Wenn der Ausgang der gleiche sein wird, sind wir doch alle happy", sagte Kreuzer mit Blick auf den Klassenverbleib in der 2. Bundesliga.
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