Männer machen kaum Probleme

In dieser Position würden die deutschen Biathlon-Fans Erik Lesser (rechts) in diesem Winter gerne öfter sehen: Führend vor den Superstars Martin Fourcade (Mitte) und Emil Hegle Svendsen. Am Mittwoch starten die Skijäger in ihr erstes Einzelrennen . Bild: dpa

Biathlon-Bundestrainer Mark Kirchner ist in einer komfortablen Situation. Er hat anders als bei den im Umbruch befindlichen Damen ein leistungsstarkes Team. Im neuen Weltcup-Winter wollen Peiffer, Lesser und Co. wieder öfter aufs Podest und WM-Medaillen holen.

Im Frühling hatte Erik Lesser so gar keine Lust auf Biathlon. Die Motivation für das Training war gleich null, stattdessen werkelte der zweimalige olympische Silbermedaillengewinner lieber in seiner Oberhofer Wohnung - vorzugsweise an der Renovierung des Balkons. "Im Mai habe ich die ganze Zeit mit mir gekämpft. Da hatte ich keinen Bock, war mehr im Heimwerken drin als im Training", bekannte der 26-Jährige freimütig.

Nur kurz unmotiviert

Dass es nur bei einer kurzen Motivationslosigkeit blieb, hat er auch seinen Teamkollegen Arnd Peiffer, Daniel Böhm, Christoph Stephan und Benedikt Doll zu verdanken. "Ich war froh, dass meine Trainingsgruppe mir in den Arsch getreten hat, sonst hätte ich da wenig gemacht", erzählte Lesser gewohnt unverblümt und mit einem herzlichen Lachen.

Man muss vor allem in der Vorbereitung viel machen, um im extrem starken Männerfeld um die Olympiasieger Martin Fourcade (Frankreich) und Emil Hegle Svendsen (Norwegen) bestehen zu können. Und das wollen die deutschen Männer auch gleich im ersten Einzelrennen der neuen Weltcup-Saison. Am Mittwoch starten sie in Östersund mit dem Einzel über 20 Kilometer (17.15 Uhr/ZDF und Eurosport) . Bei dem Klassiker hatte Lesser in Sotschi Olympia-Silber gewonnen.

In der Thüringer Biathlon-Hochburg trainierte das Quintett um Lesser unter Bundestrainer Mark Kirchner und bereitete sich wie Simon Schempp, Andreas Birnbacher und Florian Graf am Stützpunkt in Ruhpolding mit dem neuen Disziplin-Trainer Andreas Stitzl akribisch vor. Zum Teil wurden die Umfänge mit längeren Laufzeiten und Kilometern erhöht, im Kraftraum an der spezifischen Kraft vor allem für den Zielsprint gearbeitet.

Gravierende Veränderungen gab es aber nicht, vielmehr sind es Feinheiten bei der Lauftechnik und beim Schießen, die es noch herauszukitzeln gilt. Das erste Mal am Mittwoch in Östersund.
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