Manuel Neuer soll's werden

Für Manuel Neuer als Weltfußballer spricht nicht nur der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft. Mit den Bayern gewann der Torwart das Double und schaffte es bis ins Halbfinale der Champions-League. In 32 Bundesliga-Spielen musste er im vergangenen Jahr nur 14-mal hinter sich greifen. Bild: dpa

Einmal Doha und zurück. Manuel Neuer ist mit dem FC Bayern ins Trainingslager nach Katar aufgebrochen, steht am Montag aber schon wieder bei der Weltfußballer-Gala mit Lionel Messi und Cristiano Ronaldo im Rampenlicht. Viele Experten plädieren für seine Wahl.

Im Trainingsanzug bestieg Manuel Neuer am Freitag den Flieger Richtung Katar. Es wird für den Weltmeister nur ein kurzer Aufenthalt im exquisiten Trainingsquartier des FC Bayern München. Bereits am Montag wird der deutsche Nationaltorhüter neben den Superstars Cristiano Ronaldo und Lionel Messi auf der Bühne zur Wahl des Weltfußballers in Zürich eine Hauptrolle einnehmen. Und geht es nach Bundestrainer Joachim Löw und Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer, hat nur Neuer den Erhalt des Goldenen Balls unter den drei Auserwählten verdient.

Torhüter-Spiel geprägt

"Er hat in den letzten Jahren das Torhüter-Spiel geprägt wie niemand vor ihm, ist eine unglaubliche Persönlichkeit, auch neben dem Platz. Bei der WM hat Manuel der ganzen Welt gezeigt, welche außergewöhnlichen Qualitäten er hat", sagte Löw in einem Interview der "Bild"-Zeitung. "Alles andere als seine Wahl würde mich enttäuschen." Löw, der als Bundestrainer stimmberechtigt war und in Zürich auf die Auszeichnung des Welttrainers hoffen darf, hat selbstverständlich für seine Nummer Eins gestimmt.

Ein großer Fürsprecher ist auch Sammer. "Gehört der Torhüter zu einer Mannschaft oder nicht? Wenn er dazugehört, dann gibt es nur einen, der gewinnen kann, und das ist er", sagte Sammer am Freitag vor der Abreise. "Wenn er es jetzt nicht werden kann, als Weltmeister und wie er das Turnier gespielt hat, dann weiß ich auch nicht mehr."

In Brasilien war Neuer der große Rückhalt des deutschen Teams beim vierten WM-Triumph. Der 28-Jährige kassierte in den sieben Spielen nur vier Gegentore, war gerade in den kniffligen Spielen gegen Frankreich und Argentinien (jeweils 1:0) nicht zu bezwingen, im Achtelfinale gegen Algerien (2:1) zeigte er gar Libero-Qualitäten. Trotzdem wurde Messi durch die Fifa zum besten Spieler des Turniers gewählt.

Ronaldo schießt Tore

Bei der Weltfußballer-Wahl hatte aber nicht die Technische Kommission der Fifa das Sagen, sondern die Nationaltrainer, die Kapitäne und die Medien stimmten ab. In den vergangenen sechs Jahren hatten Messi (2009 bis 2012) und Ronaldo (2008, 2013) den Titel unter sich aufgeteilt. Für Ronaldo, der mit Portugal in der Vorrunde ausgeschieden war, sprechen indes die starken Vorstellungen im Club. Mit 17 Toren schoss er Real Madrid zum Champions-League-Triumph, in der Primera Division wurde er mit 31 Treffern Torschützenkönig.

Trotzdem zähle die WM mehr, sagt etwa Argentiniens Idol Diego Maradona. "Nicht Messi und auch nicht Ronaldo, sondern Manuel Neuer verdient den Ballon d'Or am meisten", sagte der Weltmeister von 1986 jüngst einem kubanischen Radiosender. Ähnlich sieht es auch Uefa-Chef Michel Platini: "Ich bin der Ansicht, dass in einem WM-Jahr diese Auszeichnung an einen Spieler aus dem Team des Weltmeisters gehen sollte." Einziger deutscher Gewinner war bislang Lothar Matthäus 1991.
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