ManUnited: Van Gaal wechselt Ex-Bayern gegen Wolfsburg aus und kritisiert ihn
Müder Schweinsteiger

Kühler Handschlag zwischen ManUnited-Coach Louis van Gaal und Bastian Schweinsteiger (links) nach dessen Auswechslung. Bild: dpa
Fast zärtlich legte Bastian Schweinsteiger die Arme um Dante. Während der Wolfsburger Profi in den zugigen Katakomben des Old Trafford ein Interview auf Portugiesisch gab, rückte der deutsche Fußball-Nationalspieler an seinen ehemaligen Kollegen heran und flüsterte ihm grinsend ein paar Sätze ins Ohr. "Was er gesagt hat, verrate ich nicht", sagte der gerührt wirkende Brasilianer. Nur soviel: "Er wird immer ein großer Freund bleiben, er hat mir in München viel geholfen."

Während Dante nach der Wolfsburger Champions-League-Niederlage bei Manchester United weiter freundlich und geduldig Auskunft über das 1:2 (1:1) gab, verschwand sein ehemaliger Bayern-Kollege wortlos in die Nacht. Interviews verweigerte der Routinier. Ob Schweinsteiger die Kritik seines Trainers geärgert hat, ließ sich nicht mehr klären.

"Heute hat er nicht so gut gespielt", meckerte Louis van Gaal im Sky-Interview: "Vielleicht war es auch deshalb, weil der Gegner eine deutsche Mannschaft war. Das bedeutet mehr Druck für ihn und deswegen habe ich ihn ausgewechselt." Später mäkelte van Gaal noch beim hauseigenen TV-Sender: "Er war müde, und ich glaube, das war der Grund, warum er Bälle verloren hat. Normalerweise ist er beim Ballbesitz der beste Spieler."

Szenenapplaus von den Fans

Der niederländische Coach überraschte mit der öffentlichen Kritik an dem 31 Jahre alten Profi. Zumindest die United-Fans unter den 75 000 Zuschauern im Old Trafford schienen mit der Leistung des Deutschen zufrieden. Schweinsteiger bekam einige Male Szenenapplaus und vom Großteil der Anhänger stehende Ovationen, als der Coach ihn in der 72. Minute vom Platz holte.

Auch die englischen Zeitungen waren mit Schweinsteiger zufrieden. Das oft mäkelige Boulevardblatt "Sun" gab ihm auf der Zehner-Skala eine Sieben. Und die "Daily Mail" lobte den Deutschen als "treibende Kraft" im Mittelfeld.
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