Markus Wagner legt Amt beim TC am Schanzl nieder
Spiel, Satz und Sieg für Firma

Symbolbild: dpa
 
Da war er noch Schanzl-Präsident: Markus Wagner (vorne) und sein Cousin Albert Wagner (hinten) packten auch selbst mit an, wenn auf der Anlage Tennis gespielt wurde. Bis zu den Neuwahlen in eineinhalb Jahren führen die fünf verbliebenen Vorstandsmitglieder den Verein gemeinsam. Bild: Ziegler
Amberg. (kan) Den großen Amberger Vereinen kommen die Führungsfiguren abhanden. Nach dem FC Amberg und Helmut Schweiger jetzt der TC am Schanzl und Markus Wagner. Er hat sein Amt als Vorstandsvorsitzender niedergelegt. "Ausschließlich aus persönlichen Gründen", wie es heißt.

Dies ist bereits mit Wirkung zum 6. Mai geschehen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Tennisclubs hervor, die vom 2. Vorstand Helmut Weigl unterzeichnet ist, der sich im Namen der gesamten Vereinsspitze äußert. Der Rücktritt von Markus Wagner wird darin damit erklärt, dass der 50-Jährige mit seiner Firma, die er und Albert Wagner leiten, "vor großen Herausforderungen steht, die seine volle Kraft erfordern". Denn "einen Verein, wie den TC Amberg am Schanzl, kann man nicht nebenbei laufen lassen und führen, das erfordert vollen Einsatz".

Markus und Albert Wagner, der beim TC am Schanzl im Beirat sitzt, leiten die Hans Wagner GmbH in der Katharinenfriedhofstraße. Das Familienunternehmen, ein Spezialist für Metzgerei- und Gastronomiebedarf, ist weit über die Grenzen der Oberpfalz hinaus bekannt.

Zehn Jahre Vorsitzender

"Vollen Einsatz" hat Markus Wagner in den Augen seiner Vorstandskollegen auch für den TC gezeigt. 2002 übernahm er den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden, 2005 rückte er an die Clubspitze. "In seine Zeit als Vorsitzender fallen erhebliche positive Entwicklungen", heißt es in der Presseerklärung der Schanzler. Zum einen "eine rasante Erhöhung" der Mitgliederzahl (derzeit 460), vor allem zunächst im Kinder- und Jugendbereich, aber daraus resultierend bei den Erwachsenen ebenfalls. Aber auch viele bauliche Veränderungen und Investitionen. Erwähnung finden hier zum Beispiel die Erneuerung der Heizungsanlage in der Tennishalle, die Installation einer Photovoltaikanlage und der Austausch des Hallenbodens. Maßnahmen, die "zu einer ganz erheblichen Steigerung der Auslastung" und damit zu einer Erhöhung der Halleneinnahmen geführt hätten.

Sportlich habe der TC am Schanzl mitunter wieder an alte Zeiten anknüpfen können - mit den Damen und den Herren in der 1. Bundesliga. Da sei in Amberg wieder "Weltklassetennis" zu sehen gewesen, schwärmt stellvertretender Vorstand Helmut Weigl und unterstreicht: Dies alles wäre ohne das tatkräftige Engagement von Markus Wagner nicht möglich gewesen.



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"Habe das mit Leib und Seele gemacht"

"Halbe Sachen mach' ich nicht!" Auch wenn der TC am Schanzl für ihn eine "hochemotionale" Angelegenheit ist und er "mit zwei weinenden Augen" geht: Für Markus Wagner war diese "Vernunftentscheidung" unausweichlich.

Die Firma, die er zusammen mit seinem Cousin Albert Wagner in dritter Generation leitet, erfordere künftig seine ganze Zuwendung. Das Unternehmen mit seinen derzeit rund 50 Mitarbeitern wird das Betriebsgelände an der Katharinenfriedhofstraße in absehbarer Zeit verlassen. Dort ist man seit 1979, mittlerweile aber reicht der Platz nicht mehr. Also muss ein anderer Standort her. Gefunden hat man ihn auf den Franzosenäckern. "Wir verdoppeln uns fast", sagte Markus Wagner zu unserer Zeitung.

Der TC, um wieder auf den Verein zurückzukommen, sei die vergangenen Jahre sein "Lieblingskind" gewesen. "Ich habe das mit Leib und Seele gemacht", sagt Wagner, "ich bin ein echter Schanzler." Dennoch werde er keine Funktion mehr übernehmen.

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