Massenweise Spott für Real Madrid nach Wechselpanne im Pokal bei Drittligisten
"Historische Blamage"

Der Russe Denis Cheryshev (am Ball) war für Real im Pokalspiel in Cadiz nicht spielberechtigt. Wegen seines Einsatzes steht den "Königlichen" jetzt großer Ärger ins Haus. Spott hat es schon genug gegeben. Bild: dpa
Mit einer peinlichen Aufstellungspanne hat sich Real Madrid Hohn und Spott eingehandelt. Die "Königlichen" setzten am Mittwochabend im Pokal-Hinspiel gegen Drittligist FC Cádiz (3:1) den eigentlich nicht spielberechtigten Denis Cheryshev ein. Cádiz legte am Donnerstag Protest ein, Real droht nun der Ausschluss. Aber schon vor der für Freitag angekündigten Entscheidung des Wettbewerbsgerichts muss der Verein des am Mittwoch geschonten Weltmeisters Toni Kroos kübelweise Häme über sich ergehen lassen.

Kurz nachdem der Radiosender "Cope" in der Halbzeit als erster die Aufstellungspanne bekanntgegeben hatte, setzten im Estadio Ramón Carranza die spöttischen Fan-Gesänge ein: "Cheryshev, wir lieben dich." Die Anhänger nahmen auch Real-Coach Rafa Benítez auf den Arm: "Benítez, schau mal auf Twitter", wurde skandiert. Am Donnerstag traten die Medien nach. "Monumentale Panne", titelte die Zeitung "El País". "El Mundo" sah eine "historische Blamage", und "La Vanguardia" stellte fest: "Madrid macht sich lächerlich". Die Sportzeitung "AS", so etwas wie ein Hausblatt Reals, kritisierte Club-Boss Florentino Pérez scharf. Der Verein und "Sonnenkönig" Pérez seien nur auf "Show und Marketing" aus.

Das Groteske: Cheryshev hatte in der vorigen Saison beim FC Villarreal drei Gelbe Karten in der "Copa del Rey" gesehen - die letzte beim Halbfinal-Aus gegen den FC Barcelona - und wäre damit bei Reals diesjährigem Pokaldebüt in der Runde der letzten 32 gesperrt gewesen. Der 24-jährige Russe schoss in der 3. Minute auch noch das Führungstor der Gäste. Isco (65./73.) machte bei einem Gegentreffer von Márquez (87.) den sportlichen Sieg komplett.

Dass Cheryshev nach der Pause - als die ganze Sache aufgeflogen war - ausgewechselt wurde, dürfte Real nach Medieneinschätzung kaum helfen. Ebenso wenig wie die Beteuerungen von Trainer Benítez und des Direktors für Institutionelle Beziehungen, Emilio Butragueño, man sei über die Sperre des Stürmers gar nicht informiert gewesen.

Im Falle eines Ausschlusses würde Real nicht nur sportlich, sondern auch finanziell großen Schaden nehmen, da man zahlreiche Spiel-Einnahmen verpassen würde und Cádiz auch noch für die Absage des für den 16. Dezember angesetzten Rückspiels entschädigen müsste.
Weitere Beiträge zu den Themen: Dezember 2015 (2649)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.