Max Verstappen
Formel-1-Rambo sorgt für Ärger

Gleich in der ersten Kurve wurde es brenzlig: Max Verstappen im Red Bull (links) im Dreikampf mit den beiden Ferrari-Piloten Kimi Raikkönen (Mitte) und Sebastian Vettel. Bild: dpa

Für Max Verstappen dürfte der Auftritt in Belgien ein Nachspiel haben. Die Kollegen sind wütend und auch besorgt. Sie haben Redebedarf. Der 18 Jahre alte Shootingstar sieht das offensichtlich anders.

Spa-Francorchamps. Nach seinem Crash-Kurs in Spa muss sich Max Verstappen auf eine unangenehme Fahrerbesprechung in dieser Woche gefasst machen. Am Sonntag startet die Formel 1 auf dem ultimativen High-Speed-Kurs im Rennkalender.

Und Aktionen wie beim Klassiker in den Ardennen gegen Kimi Räikkönen, als er beim Abbremsen die Spur wechselte, könnten in Monza am kommenden Wochenende erst recht schlimme Folgen haben. Früher oder später werde es einen schweren Unfall geben, prophezeite Räikkönen.

"Ich habe ein bisschen Angst, dass es irgendwann mal in der Wand endet", meinte auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff. "Es gab eine Menge Manöver, mit denen der Rest des Feldes nicht glücklich ist. Es ist aber das Beste, direkt miteinander zu reden", sagte Ferrari-Pilot Sebastian Vettel.

Bei aller Sorge und Kritik betonten beide aber auch ihre Wertschätzung für den gerade mal 18 Jahre alten Niederländer, der mit seinem Sieg im Mai in Spanien zum jüngsten Grand-Prix-Gewinner geworden war. Keine Frage, Verstappen hat die Kompromisslosigkeit, die man für den Erfolg auch braucht.

Wolff fühlt sich gar an Ikone Ayrton Senna oder seinen aktuellen Star-Piloten Lewis Hamilton erinnert. Und Vettel betonte: "Ich mag ihn." Verstappen fahre aggressiv. Allerdings seien manche Bremsmanöver nicht korrekt. Schon in Ungarn hatte sich Vettels Stallkollege Räikkönen darüber echauffiert.

Nicht, dass Formel-1-Piloten nicht gern schnell fahren würden. Der viermalige Weltmeister Vettel leistete sich auf dem Kurs in Monza schon zweimal Rad-an-Rad-Duelle mit dem zweimaligen Titelträger Fernando Alonso. 2011 und 2012 blieb den Zuschauern dabei fast der Atem stehen.

Derartige Manöver sind Vertrauenssache: Jeder der Fahrer muss darauf vertrauen, dass der andere in diesen Momenten keinen Fehler macht. Selbst der kleinste könnte massive Folgen haben. Dass Verstappen nach seiner gewagten Aktion in Kurve eins gegen Räikkönen und Vettel dann beim Bremsen vor dem von hinten heranjagenden Räikkönen die Spur abrupt wechselte, war eben keine vertrauenstärkende Maßnahme.

Je schneller die Autos sind, umso gefährlicher wird es. Auch deswegen muss sich Verstappen auf eine erneute klare Aussprache beim sogenannten "Driver's Briefing" gefasst machen. Es wird nicht das erste Mal für ihn sein. "Vielleicht wird es beim nächsten Mal ein bisschen härter für ihn", meinte Wolff.

Dessen Red-Bull-Amtskollege Christian Horner verteidigte seinen Teenager. "Das Manöver war an der Grenze, aber ich denke, es ist okay. Wenn es ein Problem gewesen wäre, hätten die Stewards was gesagt", kommentierte Horner das umstrittenste der Duelle mit Räikkönen. So argumentierte auch Verstappen, der sich zu Unrecht kritisiert sah. "Er ist kein Kind von Traurigkeit, der fährt nicht einfach weg, wenn Herr Vettel oder Herr Räikkönen da kommen", sagte Helmut Marko, der Motorsportberater von Red Bull motorsport-magazin.com zum Dreikampf in Kurve eins.

Ich habe ein bisschen Angst, dass es irgendwann mal in der Wand endet.Toto Wolff, Teamchef Mercedes

Italien

"Corriere della Sera": "Rosberg der Beste - Verstappen ein Hooligan der Rennstrecken", "Der Mercedes-Pilot macht keinen einzigen Fehler: grünes Licht und ab zum Sieg. Der Holländer von Red Bull zwingt Ferrari zu absurdem Risiko."

"La Repubblica": "Rosberg dominiert ein Autoskooter-Rennen", "Wie nach Drehbuch: Rosberg schießt sich von der Pole in Führung, wird nicht mehr gesehen und gewinnt im Alleingang den Grand Prix von Belgien."

"Gazzetta dello Sport": "Hamilton, es ist wie ein Sieg. Ferrari, dir bleibt Monza", "Die Aufholjagd von der letzten Reihe zum Podium ist für den Engländer fast eine Weihe auf dem Weg zur Titelverteidigung. Ferrari verschwendet eine weitere Chance, auf das Podium zu kommen."

Frankreich

"Le Figaro": "Ruhig wie Nico Rosberg. Der Deutsche war in Belgien dank eines exzellenten Starts nie in Bedrängnis."

"L'Équipe": "Nico Rosberg hätte nur schwer auf eine bessere Rückkehr nach der Sommerpause hoffen können. Unantastbar bei der Qualifikation am Samstag, hat er am Sonntag unangefochten den Grand Prix von Belgien beherrscht."

Schweiz

"Neue Zürcher Zeitung": "Max-Mania - aber ohne Punkte", "Unflätige Rufe für die drei Schnellsten des turbulenten Tages hat der Formel-1-GP von Belgien nicht verdient."

"Tages-Anzeiger": "Ungeliebter Sieger", "Nico Rosberg gewinnt erstmals in Belgien, verkürzt den Rückstand auf Lewis Hamilton auf neun Punkte - und steht doch in dessen Schatten. Publikumsliebling Max Verstappen macht sich derweil keine neuen Freunde."

"Blick": "Crashes, Dreher, Fights - der Große Preis von Belgien bietet alles, was ein Formel-1-Rennen braucht", "In Spa gibts kein langweiliges Rundendrehen, kein Taktieren. Vollgas ab der ersten Renn-Sekunde und ganz viel Action!"

Österreich

"Die Presse": "Turbulenter Grand Prix in Spa: Rote Flagge, ein furioser Lewis Hamilton und ein übereifriger Jungstar Max Verstappen. Davon unbeirrt fuhr Nico Rosberg zum Sieg."
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