Mehrere Medaillen im Visier

Für Kugelstoßerin Christina Schwanitz könnte es am Samstag mit WM-Gold klappen. Die Chemnitzerin ist mit 20,77 Metern Weltjahresbeste. Bild: dpa

Bei der Weltmeisterschaft 2013 in Moskau gewannen die deutschen Leichtathleten sieben Medaillen, davon vier mit Gold-Glanz. In Peking, wo sie 2008 einen olympischen Tiefpunkt erlebten, dürfte diese Bilanz schwer zu erreichen sein.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) will nichts von einer Wiedergutmachung für das Olympia-Desaster von 2008 in Peking wissen. "Man kann es auch anders sehen. Peking war der Start für eine sportliche Entwicklung zur Wiederauferstehung der deutschen Leichtathletik", sagte DLV-Präsident Clemens Prokop vor dem Start der 15. Weltmeisterschaften am Samstag in Chinas Hauptstadt.

Vor zwei Jahren bei der WM in Moskau holten die DLV-Asse sieben Medaillen (4 Gold/2 Silber/1 Bronze). Drei der vier Weltmeister gehen im spektakulären "Vogelnest"-Stadion als Titelverteidiger an den Start: Raphael Holzdeppe (Stabhochsprung), David Storl (Kugelstoßen) und Christina Obergföll (Speerwurf) - Diskusstar Robert Harting musste passen, weil er nach einer Knie-OP nicht fit genug ist.

Statistik macht Hoffnung

Die 66 DLV-Spitzenathleten haben statistisch gesehen wieder exzellente Medaillen-Aussichten. Zwölf deutsche Asse eroberten vor der WM in der Weltbestenliste einen Platz unter den ersten Sechs, weitere 18 Athleten befinden sich unter den besten Acht. "Dies verdeutlicht, dass die deutsche Leichtathletik sich in mehr als ein Drittel der leichtathletischen Disziplinen auf absolutem Weltniveau befindet", erklärte DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen, der Medaillenprognosen verweigert. "Der eindimensionale Blick auf die Medaillen entwertet die Leistung des Einzelnen."

Gleich am ersten WM-Tag könnte die größte Gold-Hoffnung Christina Schwanitz dem deutschen Team einen perfekten Start bereiten. Die Chemnitzerin ist als Vizeweltmeisterin und Weltjahresbeste (20,77 Meter) die Kugelstoß-Topfavoritin am Samstag. "Der Druck steigt für mich, aber das bringt der Erfolg mit sich", sagte Schwanitz. Schwerer wird es am Sonntag für Titelverteidiger David Storl. Der Amerikaner Joe Kovacs geht mit der Jahres-Topweite von 22,56 Meter in den Ring. Sehr starke Rivalen haben auch andere DLV-Asse wie Raphael Holzdeppe mit dem französischen Stabhochsprung-Überflieger Renaud Lavillenie im Kampf um Gold vor der Nase.

Obergföll wittert Chance

Nach einer Babypause wird die Wiederholung des Erfolges von Moskau auch für Christina Obergfölll schwer. "Es wird die Chance geben, mit einer nicht ganz überragenden Weite Gold zu holen", hofft sie. Mit "66 Meter plus minus" könne man Speerwurf-Gold gewinnen - Obergfölls weitester Wurf in diesem Jahr: 64,11 Meter. Ebenfalls nicht einschüchtern lassen will sich Hammerwerferin Betty Heidler, Weltmeisterin von 2007. Sie muss gegen die Polin Anita Wlodarczyk antreten, die vor kurzem mit 81,08 Meter Weltrekord warf.

Weitere Medaillenanwärter des DLV sind im Zehn- und Siebenkampf Michael Schrader und Kai Kaczmirek sowie Carolin Schäfer, im Speerwurf auch noch Linda Stahl und Katharina Molitor sowie Thomas Röhler und im Diskuswurf Julia Fischer und Nadine Müller.
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