Meister des Comebacks

Die Adler Mannheim stehen als erstes Team im Finale um die deutsche Eishockey-Meisterschaft. Am Gründonnerstag gewannen die Adler auch das vierte Halbfinal-Match bei den Grizzly Adams Wolfsburg mit 5:3. Bemerkenswert ist, dass die Mannheimer zum dritten Mal in dieser Serie mit 0:3 zurücklagen, aber mit großartiger Moral die Spiele noch drehten. Hier jubeln (von links) Andrew Joudrey, Denis Reul und Ronny Arendt. Bild: dpa

Mit 4:0 ins Halbfinale - hört sich nach problemlosem Durchmarsch an. Aber der Top-Favorit Mannheim musste gegen den Außenseiter Wolfsburg dreimal ein 0:3 aufholen. Und wurde zum Meister des Comebacks.

Meister des Comebacks sind die Adler Mannheim schon, jetzt soll auch der siebte deutsche Eishockey-Titel her. Im Halbfinale gegen die Grizzly Adams Wolfsburg machte der Hauptrundensieger schon einmal mächtig Eindruck durch den souveränen Finaleinzug nach vier Siegen in vier Spielen. Doch das war harte Arbeit: In drei Spielen drehten die Adler einen 0:3-Rückstand noch. "Knackpunkt der Serie war Spiel eins, als wir nach 0:3- und 1:4-Rückstand zurückgekommen sind. Zur richtigen Zeit des Jahres ist unser Powerplay heiß gelaufen", sagte Mannheims Erfolgstrainer Geoff Ward nach dem entscheidenden 5:3 (0:0, 0:3, 5:0) am Donnerstagabend in Wolfsburg.

Drei Mal 0:3 zurück

Die Grizzly Adams konnten ihr Unvermögen dagegen nicht fassen. "Ich habe auch keine Ahnung, wie das passieren konnte", stammelte Wolfsburgs Stürmer Sebastian Furchner: "Wenn es nicht so traurig wäre, müsste ich fast lachen." 3:0 führten die Wolfsburger zwischenzeitlich in Spiel eins, ebenso in Spiel zwei - und wieder am Donnerstag. Doch am Ende jubelten wieder die Mannheimer. In einem furiosen Schlussabschnitt erzielten sie am Donnerstag fünf Treffer. Adler-Geschäftsführer Daniel Hopp staunte über die Comeback-Qualitäten des Hinrunden-Siegers: "Es ist unfassbar, das ist der Wahnsinn. So was hat es wohl noch nie gegeben."

Dem früheren Wolfsburger Kai Hospelt gelang 32 Sekunden vor Spielende das vorentscheidende 4:3. "Natürlich ist es etwas Besonderes. Ich habe da auch gemischte Gefühle, weil Wolfsburg immer gut zu mir und meiner Frau war", sagte Hospelt. An seiner Loyalität ließ er aber keinen Zweifel: "Wenn ich aber das Mannheimer Trikot habe, bin ich ein Adler". Matthias Plachta, Jochen Hecht und Kurtis Foster hatten zuvor den hohen Rückstand wettgemacht. Andrew Joudrey traf zum Endstand ins verlassene Grizzly-Tor.

"Mir bleibt nichts anderes übrig, als Mannheim zu gratulieren", sagte der enttäuschte Wolfsburger Coach Pavel Gross, der anerkannte, wie "abgezockt" Mannheim auftrat: "Wenn man denen den kleinen Finger gibt, nehmen sie nicht nur die Hand, sondern den Arm und die Schulter noch dazu."

Ingolstadt führt mit 3:1

Im Finale standen die Adler zuletzt 2012, damals unterlagen sie den Eisbären Berlin. Um am Saisonende den Pokal in den Händen zu halten, müssen die Mannheimer noch vier Spiele in der Final-Serie gewinnen. Der Kampf um den Titel beginnt am 10. April entweder gegen Titelverteidiger ERC Ingolstadt oder die Düsseldorfer EG. Der Gegner steht frühestens am Samstag fest, wenn die Kontrahenten im fünften Spiel aufeinandertreffen (14.30 Uhr/ServusTV). Ingolstadt sicherte sich mit dem 5:2 (1:0, 2:1, 2.1) bei der DEG den dritten Sieg nacheinander. Ingolstadt führt nun mit 3:1 in der Serie und kann sie daheim mit dem vierten Erfolg beenden.
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