"Mercedes ist meine Heimat"

Weltmeister Lewis Hamilton freut sich nach seiner Vertragsverlängerung bei Mercedes. Bild: dpa

Vor dem Formel-1-Spektakel in Monaco beendet Lewis Hamilton alle Spekulationen. Der Brite verlängert seinen Vertrag bei Mercedes. Nico Rosberg will im Fürstentum seinen dritten Sieg in Serie.

Mit der Erneuerung seines Ja-Worts bei Mercedes hat Lewis Hamilton selbst den Plausch seines Stallrivalen Nico Rosberg bei Fürst Albert II. in den Schatten gestellt. Vor dem nächsten Akt in Monaco verlängerte der Weltmeister seinen Vertrag bei den Silberpfeilen bis Ende 2018 und beendete damit alle Spekulationen um seine weitere Formel-1-Zukunft.

"Einfache Entscheidung"

"Mercedes ist meine Heimat", erklärte der 30-jährige Brite nun am Mittwoch nach den monatelangen Verhandlungen. Seine Verlängerung sei eine "sehr einfache Entscheidung" gewesen, Zweifel habe er daran nie gehabt. Sein bisheriger Kontrakt wäre Ende dieses Jahres ausgelaufen. Über die gesamte Laufzeit könnte Hamilton umgerechnet fast 140 Millionen Euro bekommen, schrieb etwa der "Guardian".

Auf dem Weg zu seiner nächsten Attacke auf den Weltmeister hatte indes Rosberg einen Zwischenstopp bei Fürst Albert II. eingelegt. Im mondänen Palast von Monaco erhielt der deutsche Mercedes-Pilot eine Audienz und überreichte dem Vater von Zwillingen als Gastgeschenk Autos im Kleinkind-Format.

Mit Präsenten für die Formel-1- Konkurrenz will sich Rosberg beim Rennen am Sonntag (14 Uhr/RTL und Sky) selbstverständlich zurückhalten. Der 29-Jährige will seine Aufholjagd fortsetzen. "Für mich ist es ein Heimrennen, und es ist seltsam, zur Strecke zu laufen oder mit dem Roller hinzufahren. Es ist aber auch sehr cool, jede Nacht im eigenen Bett schlafen zu können", sagte der Sieger der letzten zwei Jahre.

Nach dem ersten Saisonsieg seines Teamkollegen in Spanien will Hamilton jegliche Hoffnungen Rosbergs auf eine mögliche Wende im Titelkampf sofort unterbinden. "Ich interessiere mich nicht dafür, was einmal gewesen ist oder hätte sein können", versicherte Hamilton, dessen einziger Sieg in Monaco aus seinem Weltmeister-Premierenjahr 2008 datiert. Im Fürstentum strebe er immer noch nach einem perfekten Wochenende.

Monaco ist ein Unikum im Rennkalender, ein permanenter Konzentrationstest für die Piloten. Zwischen den Häuserschluchten gibt es kaum richtige Möglichkeiten zum Überholen, selbst minimale Patzer werden in der Regel sofort bestraft. "Der kleinste Fehler kann dein gesamtes Wochenende ruinieren", sagte Hamilton vor dem sechsten Saisonlauf.

Für Mercedes werden Erinnerungen wach. Im vergangenen Jahr brach der Zoff zwischen Rosberg und Hamilton so richtig aus, nachdem der Deutsche mit einem merkwürdigen Fehler auf seiner Schlussrunde im Qualifying dem Briten die Chance auf einen Konter geraubt hatte. "Ich bin mir ziemlich sicher, diese Episode wird nicht wieder vorkommen", meinte dazu Hamilton.

Nach dem satten Rückstand von 45 Sekunden auf den deutschen Silberpfeil-Fahrer in Spanien blickt Sebastian Vettel nur verhalten optimistisch der Hafenrundfahrt entgegen. "Ich hoffe, dass wir eine sehr, sehr gute Qualifikation haben werden. Sonst könnte es ein ziemlich langweiliges Rennen werden, wenn du hinter einem anderen Auto feststeckst", erläuterte der Ferrari-Mann.

Im WM-Klassement sieht es nach einem Vorrücken des viermaligen Weltmeisters erst mal nicht aus. Die Entwicklungsschritte der Silberpfeile sind für die Scuderia derzeit zu groß. 31 Zähler fehlen Vettel auf Hamilton, 11 auf Rosberg.
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