Messi und Neymar zerlegen Bayern

Lionel Messi (rechts) lässt Bayerns Juan Bernat locker stehen. Der Argentinier erledigte die Münchener fast im Alleingang. Bild: dpa

Lange lief alles nach Plan für den FC Bayern, dann schlug Lionel Messi gnadenlos zu. Der Superstar erzielte zwei Treffer, ehe auch noch Neymar traf. Damit ist das Finale für die Münchner in weite Ferne gerückt. Im Rückspiel am 12. Mai bedarf es einer Glanzleistung.

Pep Guardiola stand hilflos in seiner Coaching-Zone und schüttelte mit dem Kopf. Enttäuscht musste der Startrainer mitansehen, wie sein früherer Liebling Lionel Messi dem FC Bayern München fast schon alle Hoffnungen auf das Champions-League-Finale in Berlin nahm. Nach zwei Toren des Superstars kassierte Guardiola mit dem deutschen Meister in seiner alten Heimat eine ganz bittere 0:3 (0:0)-Niederlage. Damit bedarf es im Halbfinal-Rückspiel am Dienstag schon eines Fußball-Wunders, damit die Münchner doch noch zum sechsten Mal ins Finale der Königsklasse einziehen.

"Wir waren lange gut unterwegs, dann hat Messi wieder sein Talent gezeigt. Er hat schon viele dieser Situationen hervorgerufen, er nutzt seine Chancen", sagte Guardiola und will im Kampf um das Finale am 6. Juni in Berlin aber noch nicht aufgeben: "Es wird schwierig, wir werden es noch versuchen. Es gibt noch 90 Minuten." Doch die Chancen sind wohl minimal. "Wir sind an unsere Grenzen gestoßen", sagte Sportvorstand Matthias Sammer, nachdem Messi mit zwei Weltklasse-Aktionen (77./80.) zugeschlagen hatte. Dazu traf Neymar kurz vor dem Schlusspfiff (90.+4). Selbst Manuel Neuer, der die Münchner bis dato mit weltmeisterlichen Paraden auf Kurs gehalten hatte, vermochte bei den unwiderstehlichen Aktionen des Argentiniers die Angriffsmaschine Barcelonas nicht stoppen. "Wir haben uns dreimal auskontern lassen. Das ist bitter. Wir hatten unsere Chancen, machen es ihnen aber zu einfach. Das darf uns nicht passieren", sagte Bayern-Kapitän Philipp Lahm und Neuer ergänzte: "Wir haben ihnen das erste Tor vorgelegt. Das hat uns verunsichert. Aus diesem Spiel haben wir zum Schluss nichts gelernt. Ein bisschen Hoffnung gibt vielleicht das Spiel gegen Porto." Im Viertelfinale hatten die Bayern noch ein 1:3 gedreht.

Dabei lief zunächst alles nach Plan. Guardiola, der als letzter der Hauptakteure ins voll besetzte Camp Nou kam, wählte in einem von der ersten Minute an temporeichen Spiel auch keineswegs eine ängstliche Taktik. Die Bayern, bei denen Robert Lewandowski mit einer Spezialmaske auflief, agierten vor 95 000 Zuschauern zunächst mit einer Dreiekette. Sie rückten unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw weit auf und versuchten, den spanischen Tabellenführer früh zu stören. Guardiola stellte nach der turbulenten Anfangsphase von Dreier- auf Viererkette um, was dem Bayern-Spiel mehr Stabilität gab. Eine große Chance für die Bayern hatte Robert Lewandowski, der trotz seiner Brüche im Gesicht grünes Licht gab. Nach feinem Zusammenspiel mit Thomas Müller scheiterte er freistehend aus fünf Metern, als er den Ball nicht genau traf.

Ein genialer Lupfer

Als die Münchner in der zweiten Hälfte das Spiel immer besser in den Griff bekamen, schlug Messi doch noch zweimal zu. Erst ließ er Neuer mit einem Schuss von der Strafraumgrenze keine Chance, dann überwand er den Schlussmann mit einem traumhaften Lupfer. Es waren die ersten Tore des Genius gegen Neuer und seine Champions-League Tore Nummer 76 und 77.
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