Millimeter-Entscheidung
Radsprinter Joachim Eilers holt WM-Titel

Joachim Eilers. Bild: dpa

London. Mit bangem Blick schaute Joachim Eilers auf die Anzeigetafel, dann gab es für den Kraftprotz kein Halten mehr. Der gebürtige Kölner ballte die Fäuste, schnappte sich die Deutschland-Fahne und hievte anschließend seine Rennmaschine in die Luft. Mit dem WM-Triumph im hochdramatischen Kampfsprint Keirin sorgte der 25-Jährige für den furiosen Schlussakt am Sonntag bei den Bahnrad-Weltmeisterschaften in London, und auch die entthronte Sprint-Weltmeisterin Kristina Vogel konnte Minuten später nach Bronze in der Königsdisziplin wieder lachen.

Mit den Medaillen Nummer sieben und acht bescherten die Sprinter dem deutschen Team einen Riesenschub in Richtung Olympia 2016. Allen voran Eilers. Der sah noch im Sommer vergangenen Jahres nach einem fünffachem Bruch im Oberarm seinen Olympia-Traum schwinden, gehörte aber zu den positiven Erscheinungen in der deutschen Mannschaft. Schon im Teamsprint hatte er mit einer starken Leistung Bronze gerettet und anschließend Gold im nichtolympischen 1000-Meter-Zeitfahren gewonnen. "Ich freue mich auf Olympia. Hier sind so viele starke Fahrer, die alle gewinnen können. Ich kann es nicht fassen", sagte er.

Eilers siegte mit der Winzigkeit von wenigen Zentimetern vor dem Neuseeländer Edward Dawkins und Azizulhasni Awang aus Malaysia. Erst das Zielfoto gab die Gewissheit. Ex-Weltmeister Maximilian Levy aus Cottbus fuhr im Finale auf den vierten Platz.

Vogel fuhr dagegen an ihrem insgesamt achten WM-Titel hauchdünn vorbei. Die Olympiasiegerin verlor im Sprint-Halbfinale nach zwei knappen Läufen gegen die Chinesin Tianshi Zhong, die auch das chinesische Finale gegen Lin Junhong gewann. Im kleinen Finale hielt Vogel dagegen Rekord-Weltmeisterin Anna Meares klar auf Distanz und holte wie Eilers nach Gold im Keirin und Bronze im Teamsprint ihr drittes Edelmetall in London.
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