Mit "100 Prozent" gegen Iren

Nur mit sechs Feldspielern und zwei Torleuten kann Bundestrainer Jochim Löw die Vorbereitung auf das Spiel am Donnerstag in Irland angehen. Bild: dpa

Ohne jedes Teamtraining reisen die Fußball-Weltmeister zum Abschluss in der EM-Qualifikation nach Irland. Die Vorbereitung mit ungewohnten Hindernissen soll aber nicht von der Zielvorgabe ablenken: Mit einem Sieg wollen Schweinsteiger und Co. das Frankreich-Ticket lösen.

Kein Gejammer, keine Ausreden: Trotz einer unter Joachim Löw noch nie erlebten Notvorbereitung mit Mini-Training und Magenschmerzen wollen die Fußball-Weltmeister in Irland souverän das EM-Ticket lösen. "Wichtig ist, dass wir die Regeneration angehen. Es sind nur kleine Probleme. Wir kennen uns jetzt auch lange genug", beschwichtigte Abwehrchef Jérôme Boateng am Tag vor dem Abflug zum EM-Qualifikationsspiel nach Dublin. Nicht an Bord der Sondermaschine wird Podolski sein. Der Türkei-Profi reiste am Dienstagabend wegen einer Kapselreizung im linken Sprunggelenk ab. Leverkusens Karim Bellarabi muss nach seiner Schulterblessur um sein Mitwirken auf der Grünen Insel weiter bangen.

Nicht nur der für die Endrundenteilnahme 2016 noch fehlende Punkt soll am Donnerstag (20.45 Uhr/RTL) im Stadion an der Landsdowne Road eingefahren werden. Wie beim 6:1 gegen die "Boys in Green" an gleicher Stelle vor genau drei Jahren ist ein souveräner Sieg die Zielvorgabe. "Wir wollen die Qualifikation seriös und konzentriert zu Ende spielen", forderte Löw.

Aber als wäre der letzte Schritt zur EM in Frankreich mit nur einer echten Trainingseinheit nicht kompliziert genug, erwischte es am Dienstag noch Co-Trainer Thomas Schneider. Mit Magenproblemen meldete sich der Löw-Assistent von der Pressekonferenz ab und fuhr aus dem Frankfurter Stadion direkt ins Teamhotel.

Dort hatte Löw zuvor mit 15 von 23 Nationalspielern einen wichtigen Fitnesscheck absolviert. Auf Trimm-Dich-Rädern und mit Gummibändern brachten sich Bastian Schweinsteiger, Mats Hummels und Co. nach den laut Löw hohen Belastungen und dem Stress der vergangenen Wochen bei den Clubs schonend in Form. "Die Spieler müssen erst zur Ruhe kommen, regenerieren am Dienstag, um am Mittwoch den Schlüssel zu haben, wie können wir wieder hochfahren und Spannung aufbauen", sagte Löw.

Auf dem Trainingsplatz hatte Schneider nur mit den Torhütern Marc-André ter Stegen und Bernd Leno sowie den sechs Feldspielern André Schürrle, Marco Reus, Matthias Ginter, Max Kruse, Kevin Volland und Sebastian Rudy ein dosiertes Stationstraining abgehalten. "Am Ende zählt, dass bei Anpfiff alle bei 100 Prozent sind", sagte der Dortmunder Ilkay Gündogan.

Zuversicht gibt den Weltmeistern das Auftreten in ähnlich enthusiastischer Atmosphäre beim 3:2 in Glasgow gegen Schottland im September. "Es wird ein ähnliches Spiel. Die Iren kommen auch über Kampf. Es gilt, geduldig zu spielen, die Lücke zu finden und von Anfang an konzentriert zu sein", sagte Boateng.

Personell wird Löw im Vergleich zu den September-Spielen kaum Veränderungen vornehmen. "Die Vorbereitung ist kurz. Ich möchte da keine Experimente machen", betonte der Bundestrainer. "Wir haben gegen Polen und in Schottland gut gespielt und gewonnen", sagte er vor seinem 125. Länderspiel als verantwortlicher Mann auf der Bank. "Ich habe großes Vertrauen in die Spieler, die diese Vorgabe schon im September souverän umgesetzt haben", betonte der 55-Jährige.
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